Der Westerwald als Aufmarschgebiet
Zwischen 1795 und 1797 war der Westerwald dreimal Durchmarsch- und Schlachtfeld der französischen Sambre-Maas-Armee. Die wichtigsten Gefechte fanden bei Siegburg, Altenkirchen, Kircheib/Uckerath, an der Lahn sowie bei Neuwied und Dierdorf statt.
Warum gerade hier? Der Westerwald lag zwischen zwei französischen Brückenköpfen am Rhein: Düsseldorf im Norden und Neuwied im Süden. Wer vom Niederrhein nach Frankfurt und Franken wollte, musste über Sieg, Westerwaldhöhen und Lahn. Die Straße Köln–Siegburg–Uckerath–Altenkirchen–Limburg/Wetzlar–Frankfurt war die zentrale Achse. Altenkirchen wurde dadurch zum Knotenpunkt fast jedes Feldzugs.
Zwischen 1795 und 1797 war der Westerwald dreimal Durchmarsch- und Schlachtfeld der französischen Sambre-Maas-Armee. Die wichtigsten Gefechte fanden bei Siegburg, Altenkirchen, Kircheib/Uckerath, an der Lahn sowie bei Neuwied und Dierdorf statt.
Warum gerade hier? Der Westerwald lag zwischen zwei französischen Brückenköpfen am Rhein: Düsseldorf im Norden und Neuwied im Süden. Wer vom Niederrhein nach Frankfurt und Franken wollte, musste über Sieg, Westerwaldhöhen und Lahn. Die Straße Köln–Siegburg–Uckerath–Altenkirchen–Limburg/Wetzlar–Frankfurt war die zentrale Achse. Altenkirchen wurde dadurch zum Knotenpunkt fast jedes Feldzugs.
Politische Lage
Das Gebiet war ein Flickenteppich. Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen gehörte zu Brandenburg-Ansbach und damit seit 1791 faktisch zu Preußen. Daneben lagen nassauische Lande, kurtrierische Ämter (etwa Montabaur), die Grafschaft Wied-Neuwied und das bergische Herzogtum im Norden. Preußen war nach dem Basler Frieden (April 1795) neutral. Für Österreicher und Franzosen war das Gebiet dennoch Kampfzone.
Das Gebiet war ein Flickenteppich. Die Grafschaft Sayn-Altenkirchen gehörte zu Brandenburg-Ansbach und damit seit 1791 faktisch zu Preußen. Daneben lagen nassauische Lande, kurtrierische Ämter (etwa Montabaur), die Grafschaft Wied-Neuwied und das bergische Herzogtum im Norden. Preußen war nach dem Basler Frieden (April 1795) neutral. Für Österreicher und Franzosen war das Gebiet dennoch Kampfzone.
Akteure
Die Führung der französischen Sambre-Maas-Armee
An der Spitze der französischen Streitkräfte stand zunächst General Jean-Baptiste Jourdan, ein erfahrener Kommandeur der Revolutionskriege, der das Prinzip der schnellen Manöver mit massierten Truppenverbänden umsetzte. Unter seiner Ägide vereinte die Sambre-Maas-Armee eine bemerkenswerte Ansammlung militärischer Talente.
Als einer der wichtigsten Truppenführer agierte General Jean-Baptiste Kléber, ein gebürtiger Straßburger mit architektonischer Ausbildung und kühlem Verstand, der durch seine Entschlossenheit beim Flussübergang bei Siegburg und in der Schlacht bei Altenkirchen den Grundstein für die französischen Vormärsche legte.
An Klébers Seite focht General François Séverin Marceau, ein junger, hochbegabter Offizier, dessen idealistischer Mut und ritterliches Auftreten ihm selbst bei den österreichischen Gegnern tiefe Bewunderung eintrugen. Sein dramatischer Tod nach dem Rückzugsgefecht bei Höchstenbach im September 1796 machte ihn zu einer zeitlosen Legende der Revolutionskriege.
Ergänzt wurde diese Führungsgruppe durch versierte Divisionsgeneräle wie Jean-Étienne Championnet, Paul Grenier und Claude-Sylvester Colaud, welche die verstreuten Einheiten durch das unwegsame Terrain des Westerwaldes manövrierten. Im Frühjahr 1797 übernahm schließlich der dynamische General Lazare Hoche das Oberkommando. Hoche, der als organisatorisches Genie galt, plante und leitete den meisterhaften Rheinübergang und den anschließenden Triumph in der Schlacht bei Neuwied, bevor sein überraschender Tod im September 1797 seine glanzvolle Laufbahn beendete.
Die Schmiede künftiger Marschälle
Das hügelige Schlachtfeld des Westerwaldes diente einer ganzen Generation junger französischer Offiziere als entscheidendes Übungsfeld, bevor sie Jahre später unter Napoleon Bonaparte in den höchsten Rängen des Kaiserreichs dienten.
François-Joseph Lefebvre, der spätere Herzog von Danzig, zeichnete sich als mitreißender Truppenführer an der Sieg und bei Neuwied aus. Jean-de-Dieu Soult, als exzellenter Taktiker bekannt, und Michel Ney, der spätere „Tapferste der Tapferen“, sammelten in den verwickelten Gefechten bei Altenkirchen, Uckerath und an der Lahn wertvolle praktische Erfahrungen in der Führung von Nachhut- und Avantgardegewächsen.
Auch Jean-Baptiste Bernadotte, der spätere Marschall Frankreichs und spätere König von Schweden und Norwegen, führte in diesen Feldzügen eine Division der Sambre-Maas-Armee mit großer Umsicht und Disziplin. Für all diese Akteure war der Westerwald-Feldzug die Reifeprüfung auf dem Weg zu weltweiter militärischer Prominenz.
Die Befehlshaber des Kaisers und des Reiches
Auf der Seite der kaiserlich-österreichischen Truppen und der Reichskontingente stand den Franzosen eine Fülle erfahrener, nach traditionellen Grundsätzen schulmäßig ausgebildeter Generäle gegenüber. Den Oberbefehl über die Niederrhein-Armee führte im entscheidenden Jahr 1796 Erzherzog Karl von Österreich, einer der fähigsten Strategen des Hauses Habsburg, der die französischen Vorstöße durch geschicktes Operieren auf innerer Linie schließlich auffangen konnte.
Vor Ort im Westerwald lagen die operativen Entscheidungen zunächst in den Händen von Herzog Ferdinand Friedrich August von Württemberg, der jedoch den raschen französischen Stoß über die Sieg im Juni 1796 nicht nachhaltig unterbinden konnte. Nach dessen Ablösung übernahm Feldzeugmeister Wilhelm von Wartensleben das Kommando über den Nordflügel und versuchte vergebens, den Vormarsch Klébers an der Lahn aufzuhalten.
Unter den Truppenführern auf dem Feld ragte General Paul Kray von Krajowa hervor, ein durchsetzungsstarker Kavallerie- und Infanterieoffizier, der den Franzosen in den Gefechten bei Kircheib und Altenkirchen hartnäckigen Widerstand entgegensetzte. General Michael von Kienmayer versuchte am 1. Juni 1796 die Flusslinie der Sieg gegen die Übermacht Klébers zu halten, während Feldmarschallleutnant Franz von Werneck im April 1797 die stark verschanzten Stellungen im Hinterland von Neuwied befehligte, bevor seine Verteidigung unter dem Wucht des Angriffs von General Hoche zusammenbrach.
An der Spitze der französischen Streitkräfte stand zunächst General Jean-Baptiste Jourdan, ein erfahrener Kommandeur der Revolutionskriege, der das Prinzip der schnellen Manöver mit massierten Truppenverbänden umsetzte. Unter seiner Ägide vereinte die Sambre-Maas-Armee eine bemerkenswerte Ansammlung militärischer Talente.
Als einer der wichtigsten Truppenführer agierte General Jean-Baptiste Kléber, ein gebürtiger Straßburger mit architektonischer Ausbildung und kühlem Verstand, der durch seine Entschlossenheit beim Flussübergang bei Siegburg und in der Schlacht bei Altenkirchen den Grundstein für die französischen Vormärsche legte.
An Klébers Seite focht General François Séverin Marceau, ein junger, hochbegabter Offizier, dessen idealistischer Mut und ritterliches Auftreten ihm selbst bei den österreichischen Gegnern tiefe Bewunderung eintrugen. Sein dramatischer Tod nach dem Rückzugsgefecht bei Höchstenbach im September 1796 machte ihn zu einer zeitlosen Legende der Revolutionskriege.
Ergänzt wurde diese Führungsgruppe durch versierte Divisionsgeneräle wie Jean-Étienne Championnet, Paul Grenier und Claude-Sylvester Colaud, welche die verstreuten Einheiten durch das unwegsame Terrain des Westerwaldes manövrierten. Im Frühjahr 1797 übernahm schließlich der dynamische General Lazare Hoche das Oberkommando. Hoche, der als organisatorisches Genie galt, plante und leitete den meisterhaften Rheinübergang und den anschließenden Triumph in der Schlacht bei Neuwied, bevor sein überraschender Tod im September 1797 seine glanzvolle Laufbahn beendete.
Die Schmiede künftiger Marschälle
Das hügelige Schlachtfeld des Westerwaldes diente einer ganzen Generation junger französischer Offiziere als entscheidendes Übungsfeld, bevor sie Jahre später unter Napoleon Bonaparte in den höchsten Rängen des Kaiserreichs dienten.
François-Joseph Lefebvre, der spätere Herzog von Danzig, zeichnete sich als mitreißender Truppenführer an der Sieg und bei Neuwied aus. Jean-de-Dieu Soult, als exzellenter Taktiker bekannt, und Michel Ney, der spätere „Tapferste der Tapferen“, sammelten in den verwickelten Gefechten bei Altenkirchen, Uckerath und an der Lahn wertvolle praktische Erfahrungen in der Führung von Nachhut- und Avantgardegewächsen.
Auch Jean-Baptiste Bernadotte, der spätere Marschall Frankreichs und spätere König von Schweden und Norwegen, führte in diesen Feldzügen eine Division der Sambre-Maas-Armee mit großer Umsicht und Disziplin. Für all diese Akteure war der Westerwald-Feldzug die Reifeprüfung auf dem Weg zu weltweiter militärischer Prominenz.
Die Befehlshaber des Kaisers und des Reiches
Auf der Seite der kaiserlich-österreichischen Truppen und der Reichskontingente stand den Franzosen eine Fülle erfahrener, nach traditionellen Grundsätzen schulmäßig ausgebildeter Generäle gegenüber. Den Oberbefehl über die Niederrhein-Armee führte im entscheidenden Jahr 1796 Erzherzog Karl von Österreich, einer der fähigsten Strategen des Hauses Habsburg, der die französischen Vorstöße durch geschicktes Operieren auf innerer Linie schließlich auffangen konnte.
Vor Ort im Westerwald lagen die operativen Entscheidungen zunächst in den Händen von Herzog Ferdinand Friedrich August von Württemberg, der jedoch den raschen französischen Stoß über die Sieg im Juni 1796 nicht nachhaltig unterbinden konnte. Nach dessen Ablösung übernahm Feldzeugmeister Wilhelm von Wartensleben das Kommando über den Nordflügel und versuchte vergebens, den Vormarsch Klébers an der Lahn aufzuhalten.
Unter den Truppenführern auf dem Feld ragte General Paul Kray von Krajowa hervor, ein durchsetzungsstarker Kavallerie- und Infanterieoffizier, der den Franzosen in den Gefechten bei Kircheib und Altenkirchen hartnäckigen Widerstand entgegensetzte. General Michael von Kienmayer versuchte am 1. Juni 1796 die Flusslinie der Sieg gegen die Übermacht Klébers zu halten, während Feldmarschallleutnant Franz von Werneck im April 1797 die stark verschanzten Stellungen im Hinterland von Neuwied befehligte, bevor seine Verteidigung unter dem Wucht des Angriffs von General Hoche zusammenbrach.
Feldzug 1795: Der erste Durchmarsch
1795 zog Jourdans Armee fast kampflos durch den Westerwald bis an den Main – und musste im Oktober auf demselben Weg zurück.
Rheinübergang (Anfang September): Die Sambre-Maas-Armee setzte bei Düsseldorf über den Rhein; Kléber führte den linken Flügel. Mitte September folgte Marceau mit einem Übergang auf einer Schiffsbrücke bei Neuwied. Laut dem Stadtlexikon Montabaur besetzten seine Truppen Montabaur über Bendorf kampflos, und der General residierte einige Tage im Schloss.
Vormarsch: Die Österreicher unter Clerfayt wichen hinter die Lahn und dann an den Main zurück. Die Franzosen zogen über Siegburg und Altenkirchen nach Süden und schlossen Mainz auf dem rechten Ufer ein. Marceau übernahm zeitweise die Blockade von Ehrenbreitstein.
Rückzug (Oktober): Clerfayt durchbrach im Oktober die französische Mainlinie bei Höchst und bedrohte Jourdans Flanke. Die Sambre-Maas-Armee musste eilig zurück über Lahn und Westerwald. Die Truppen zogen teils über Altenkirchen nach Düsseldorf, teils nach Neuwied. Für die Bevölkerung bedeutete das zwei Durchmärsche binnen weniger Wochen – mit Requisitionen, Einquartierungen und Plünderungen.
Waffenstillstand: Ende Dezember 1795 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Marceau unterzeichnete die örtliche Vereinbarung mit dem österreichischen General Kray. Die Ruhe hielt bis Ende Mai 1796; danach wurde der Westerwald zum eigentlichen Schlachtfeld.
Rheinübergang (Anfang September): Die Sambre-Maas-Armee setzte bei Düsseldorf über den Rhein; Kléber führte den linken Flügel. Mitte September folgte Marceau mit einem Übergang auf einer Schiffsbrücke bei Neuwied. Laut dem Stadtlexikon Montabaur besetzten seine Truppen Montabaur über Bendorf kampflos, und der General residierte einige Tage im Schloss.
Vormarsch: Die Österreicher unter Clerfayt wichen hinter die Lahn und dann an den Main zurück. Die Franzosen zogen über Siegburg und Altenkirchen nach Süden und schlossen Mainz auf dem rechten Ufer ein. Marceau übernahm zeitweise die Blockade von Ehrenbreitstein.
Rückzug (Oktober): Clerfayt durchbrach im Oktober die französische Mainlinie bei Höchst und bedrohte Jourdans Flanke. Die Sambre-Maas-Armee musste eilig zurück über Lahn und Westerwald. Die Truppen zogen teils über Altenkirchen nach Düsseldorf, teils nach Neuwied. Für die Bevölkerung bedeutete das zwei Durchmärsche binnen weniger Wochen – mit Requisitionen, Einquartierungen und Plünderungen.
Waffenstillstand: Ende Dezember 1795 wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Marceau unterzeichnete die örtliche Vereinbarung mit dem österreichischen General Kray. Die Ruhe hielt bis Ende Mai 1796; danach wurde der Westerwald zum eigentlichen Schlachtfeld.
Feldzug 1796, Teil 1: Vorstoß und Rückschlag (Juni)
Im Juni 1796 siegte Kléber bei Siegburg und Altenkirchen, doch nach Erzherzog Karls Sieg bei Wetzlar mussten die Franzosen binnen zwei Wochen wieder zurück.
Ausgangslage: Der Waffenstillstand endete am 31. Mai 1796. Carnots Plan: Jourdan bindet die Österreicher im Norden, Moreau überquert weiter südlich den Rhein. Kléber stand mit rund 22.000 Mann im verschanzten Lager Düsseldorf. Ihm gegenüber hielt Herzog Ferdinand von Württemberg mit etwa 20.000 Mann die Linie hinter der Sieg.
Ausgangslage: Der Waffenstillstand endete am 31. Mai 1796. Carnots Plan: Jourdan bindet die Österreicher im Norden, Moreau überquert weiter südlich den Rhein. Kléber stand mit rund 22.000 Mann im verschanzten Lager Düsseldorf. Ihm gegenüber hielt Herzog Ferdinand von Württemberg mit etwa 20.000 Mann die Linie hinter der Sieg.
Gefecht bei Siegburg (1. Juni 1796)
Das Vorspiel an den Ufern des Rheins
Im Frühjahr des Jahres 1796 befand sich Europa im Würgegriff der Koalitionskriege. Die junge Französische Republik stand dem Bündnis der europäischen Monarchien gegenüber, allen voran dem Kaiserreich Österreich. Nach einer brüchigen Waffenruhe kündigten die Österreicher den Waffenstillstand mit Wirkung zum 1. Juni 1796 auf.
Die französische Führung unter General Jean-Baptiste Jourdan und seiner Sambre-Maas-Armee entwickelte jedoch einen kühnen Operationsplan: Ein starker Ablenkungsangriff im Norden sollte die österreichischen Hauptkräfte binden und aus ihren befestigten Stellungen locken, um der französischen Hauptmacht weiter südlich den ungehinderten Rheinübergang bei Neuwied zu ermöglichen.
Für diese gefährliche Operation wählte man General Jean-Baptiste Kléber. Am 30. Mai überschritt Kléber bei Düsseldorf mit den Divisionen Lefebvre und Colaud überraschend den Rhein und drang in die demilitarisierte Zone ein. Seine Verbände marschierten zügig nach Süden vor, besetzten am 31. Mai die Räume zwischen Porz und Bensberg und erreichten die Flussläufe von Agger und Sieg.
Der Befehl zum Angriff und der Flussübergang
Am Morgen des 1. Juni 1796 standen sich die gegnerischen Truppen an der Linie der Sieg gegenüber. Die Verteidigung der Flussübergänge lag in den Händen des österreichischen Generals Michael von Kienmayer. Den kaiserlichen Truppen – bestehend aus vier Bataillonen Infanterie und zehn Eskadronen Kavallerie – war strengstens verboten worden, vor Punkt 10:00 Uhr morgens das Feuer zu eröffnen, da erst zu diesem Zeitpunkt die offizielle Aufhebung des Waffenstillstands in Kraft trat.
Kléber nutzte den Vorteil der Initiative und der drückenden zahlenmäßigen Überlegenheit. Seine Divisionen stießen entschlossen auf die Übergänge der Agger und der Sieg vor. Die Hauptkämpfe entbrannten im Flussbereich zwischen Menden, Buisdorf und den Zufahrten nach Siegburg.
Die österreichischen Vorposten versuchten, die Flusslinien zäh zu verteidigen und den französischen Vormarsch an den Furtstellen aufzuhalten. Doch der französische Druck war zu gewaltig. Mit geschicktem Zusammenwirken von Infanteriekolonnen und mobiler Artillerie erzwang die französische Avantgarde den Übergang über die Sieg.
Der Rückzug der Kaiserlichen und die Folgen
Die österreichischen Einheiten gerieten unter dem heftigen Ansturm rasch in eine unhaltbare Lage. Um einer vollständigen Umfassung zu entgehen, musste sich General von Kienmayer mit seinen Verbänden geordnet, aber unter spürbaren Verlusten zurückziehen. Die Österreicher verloren hunderte Gefallene und Verwundete sowie etwa tausend Mann, die in französische Gefangenschaft gerieten.
Mit dem Durchbruch bei Siegburg war der Weg nach Süden frei. Klébers erfolgreiches Manöver erfüllte seinen strategischen Zweck vollkommen: Die österreichische Führung verlegte ihren Fokus nach Norden, was es General Jourdan erlaubte, das Gros der französischen Armee ohne nennenswerten Widerstand bei Neuwied über den Rhein zu setzen. Bereits wenige Tage später, am 4. Juni 1796, trafen die Heerhaufen in der Verfolgungsschlacht bei Altenkirchen erneut aufeinander.
Für Siegburg und die umliegenden Landstriche der Siegauen bedeutete der 1. Juni 1796 den Beginn einer harten Zeit der Requisitionen, Plünderungen und Einquartierungen durch die französischen Truppen, die das Bergische Land und das Rheinland für Jahre prägen sollte.
Im Frühjahr des Jahres 1796 befand sich Europa im Würgegriff der Koalitionskriege. Die junge Französische Republik stand dem Bündnis der europäischen Monarchien gegenüber, allen voran dem Kaiserreich Österreich. Nach einer brüchigen Waffenruhe kündigten die Österreicher den Waffenstillstand mit Wirkung zum 1. Juni 1796 auf.
Die französische Führung unter General Jean-Baptiste Jourdan und seiner Sambre-Maas-Armee entwickelte jedoch einen kühnen Operationsplan: Ein starker Ablenkungsangriff im Norden sollte die österreichischen Hauptkräfte binden und aus ihren befestigten Stellungen locken, um der französischen Hauptmacht weiter südlich den ungehinderten Rheinübergang bei Neuwied zu ermöglichen.
Für diese gefährliche Operation wählte man General Jean-Baptiste Kléber. Am 30. Mai überschritt Kléber bei Düsseldorf mit den Divisionen Lefebvre und Colaud überraschend den Rhein und drang in die demilitarisierte Zone ein. Seine Verbände marschierten zügig nach Süden vor, besetzten am 31. Mai die Räume zwischen Porz und Bensberg und erreichten die Flussläufe von Agger und Sieg.
Der Befehl zum Angriff und der Flussübergang
Am Morgen des 1. Juni 1796 standen sich die gegnerischen Truppen an der Linie der Sieg gegenüber. Die Verteidigung der Flussübergänge lag in den Händen des österreichischen Generals Michael von Kienmayer. Den kaiserlichen Truppen – bestehend aus vier Bataillonen Infanterie und zehn Eskadronen Kavallerie – war strengstens verboten worden, vor Punkt 10:00 Uhr morgens das Feuer zu eröffnen, da erst zu diesem Zeitpunkt die offizielle Aufhebung des Waffenstillstands in Kraft trat.
Kléber nutzte den Vorteil der Initiative und der drückenden zahlenmäßigen Überlegenheit. Seine Divisionen stießen entschlossen auf die Übergänge der Agger und der Sieg vor. Die Hauptkämpfe entbrannten im Flussbereich zwischen Menden, Buisdorf und den Zufahrten nach Siegburg.
Die österreichischen Vorposten versuchten, die Flusslinien zäh zu verteidigen und den französischen Vormarsch an den Furtstellen aufzuhalten. Doch der französische Druck war zu gewaltig. Mit geschicktem Zusammenwirken von Infanteriekolonnen und mobiler Artillerie erzwang die französische Avantgarde den Übergang über die Sieg.
Der Rückzug der Kaiserlichen und die Folgen
Die österreichischen Einheiten gerieten unter dem heftigen Ansturm rasch in eine unhaltbare Lage. Um einer vollständigen Umfassung zu entgehen, musste sich General von Kienmayer mit seinen Verbänden geordnet, aber unter spürbaren Verlusten zurückziehen. Die Österreicher verloren hunderte Gefallene und Verwundete sowie etwa tausend Mann, die in französische Gefangenschaft gerieten.
Mit dem Durchbruch bei Siegburg war der Weg nach Süden frei. Klébers erfolgreiches Manöver erfüllte seinen strategischen Zweck vollkommen: Die österreichische Führung verlegte ihren Fokus nach Norden, was es General Jourdan erlaubte, das Gros der französischen Armee ohne nennenswerten Widerstand bei Neuwied über den Rhein zu setzen. Bereits wenige Tage später, am 4. Juni 1796, trafen die Heerhaufen in der Verfolgungsschlacht bei Altenkirchen erneut aufeinander.
Für Siegburg und die umliegenden Landstriche der Siegauen bedeutete der 1. Juni 1796 den Beginn einer harten Zeit der Requisitionen, Plünderungen und Einquartierungen durch die französischen Truppen, die das Bergische Land und das Rheinland für Jahre prägen sollte.
Erste Schlacht bei Altenkirchen (4. Juni 1796)
Nur drei Tage nach dem siegreichen Durchbruch bei Siegburg gipfelte die französische Sommeroffensive im Westerwald in der Ersten Schlacht bei Altenkirchen. Am 4. Juni 1796 trafen die Vorhut der französischen Sambre-Maas-Armee und der österreichische Flügelkorps in den bewaldeten Höhen und Tälern rund um Altenkirchen aufeinander. Das Treffen markierte den ersten großen taktischen Erfolg des Feldzugs von 1796 für die Truppen der Französischen Republik im Ersten Koalitionskrieg.
Aufmarsch im Westerwald
Nachdem General Jean-Baptiste Kléber am 1. Juni die österreichische Verteidigungslinie an der Sieg durchbrochen hatte, setzte er seinen schnellen Vormarsch in südöstlicher Richtung fort. Sein Ziel war es, die österreichischen Hauptkräfte unter Erzherzog Karl tief im Westerwald zu binden und den Weg für den Hauptübergang der französischen Armee bei Neuwied zu ebnen.
Die Österreicher versuchten, den Vormarsch zu verlangsamen. Feldmarschall-Leutnant Herzog von Württemberg zog das kaiserliche Flügelkorps im Raum Altenkirchen zusammen. Er bezog eine defensiv günstige Stellung auf den Höhenzügen, die das Tal der Wied beherrschen. Das hügelige, dicht bewaldete Gelände bot den Verteidigern guten Schutz, begrenzte jedoch zugleich die Entfaltung ihrer zahlenmäßig überlegenen Kavallerie.
Kléber, der die Schwäche der österreichischen Aufstellung durch intensive Erkundung erkannte, zögerte nicht. Er ordnete für den Morgen des 4. Juni einen koordinierten Zangenangriff auf die Stellungen um Altenkirchen an.
Aufmarsch im Westerwald
Nachdem General Jean-Baptiste Kléber am 1. Juni die österreichische Verteidigungslinie an der Sieg durchbrochen hatte, setzte er seinen schnellen Vormarsch in südöstlicher Richtung fort. Sein Ziel war es, die österreichischen Hauptkräfte unter Erzherzog Karl tief im Westerwald zu binden und den Weg für den Hauptübergang der französischen Armee bei Neuwied zu ebnen.
Die Österreicher versuchten, den Vormarsch zu verlangsamen. Feldmarschall-Leutnant Herzog von Württemberg zog das kaiserliche Flügelkorps im Raum Altenkirchen zusammen. Er bezog eine defensiv günstige Stellung auf den Höhenzügen, die das Tal der Wied beherrschen. Das hügelige, dicht bewaldete Gelände bot den Verteidigern guten Schutz, begrenzte jedoch zugleich die Entfaltung ihrer zahlenmäßig überlegenen Kavallerie.
Kléber, der die Schwäche der österreichischen Aufstellung durch intensive Erkundung erkannte, zögerte nicht. Er ordnete für den Morgen des 4. Juni einen koordinierten Zangenangriff auf die Stellungen um Altenkirchen an.
Am frühen Morgen des 4. Juni rückten die französischen Kolonnen in dichter Formation vor. Die Division unter General François Joseph Lefebvre bildete das Zentrum des Angriffs und stieß direkt auf die gegnerischen Hauptstellungen zu, während Truppen unter General Claude-Sylvestre Colaud die Flügel des Gegners bedrohten.
Der Kampf entbrannte mit großer Heftigkeit im dichten Unterholz und auf den Lichtungen vor den Toren der Stadt. Die kaiserliche Infanterie leistete erbitterten Widerstand und versuchte, die strategisch wichtigen Anhöhen zu halten. Doch Kléber nutzte die Beweglichkeit seiner Streitkräfte voll aus. Während das Zentrum die Österreicher frontal band, führte der junge, hochbegabte General François Séverin Marceau mit seiner Division eine kühne Umfassungsbewegung durch den Wald aus.
Die Entscheidung und der Zusammenbruch der österreichischen Front
Marceaus überraschender Vorstoß in die Flanke und den Rücken der kaiserlichen Stellungen entschied die Schlacht. Die österreichischen Truppen sahen sich plötzlich von mehreren Seiten bedroht und gerieten in Unordnung. Ein Gegenangriff der österreichischen Kavallerie blieb im unwegsamen Gelände stecken und wurde von der französischen Artillerie und disziplinierten Infanteriekarrées wirkungsvoll gebrochen.
Gegen Mittag brach der Widerstand der Kaiserlichen vollständig zusammen. Der Herzog von Württemberg musste den allgemeinen Rückzug anordnen, der sich stellenweise in eine ungeordnete Flucht verwandelte. Die Franzosen setzten den weichenden Kolonnen nach und nahmen hunderte Soldaten gefangen.
Die Verluste der Österreicher waren schwerwiegend: Neben zahlreichen Gefallenen und Verwundeten verloren sie rund dreitausend Mann an Gefangenen sowie mehrere Geschütze und Fahnen. Die französischen Verluste blieben im Vergleich dazu verhältnismäßig gering.
Strategische Auswirkungen und historische Bedeutung
Der Sieg bei Altenkirchen war ein voller Erfolg für die französische Kriegsführung. Die Operation erfüllte ihre strategische Kernaufgabe makellos: Die Bedrohung im Norden lenkte die Aufmerksamkeit der österreichischen Oberkommandos ab, sodass General Jean-Baptiste Jourdan das Gros der Sambre-Maas-Armee bei Neuwied ohne nennenswerten Widerstand über den Rhein setzen konnte.
Obwohl der Feldzug im weiteren Verlauf des Jahres 1796 durch das geschickte Manövrieren von Erzherzog Karl noch eine Wendung zugunsten Österreiches erfuhr, brannte sich die Erste Schlacht bei Altenkirchen in das militärische Gedächtnis ein. Der Name Altenkirchen wurde später im Arc de Triomphe in Paris verewigt und steht bis heute als Symbol für den Schwung und die Taktik der frühen französischen Revolutionsarmeen.
Schlacht bei Wetzlar (15./16. Juni 1796)
Im Frühsommer des Jahres 1796 entbrannte der Erste Koalitionskrieg im Westen Deutschlands mit erneuter Härte. Die französische Führung verfolgte das Ziel, mit zwei getrennten Armeen tief nach Süddeutschland einzudringen, um die Habsburger Monarchie zum Frieden zu zwingen. Während die Sambre-Maas-Armee unter General Jean-Baptiste Jourdan den Rhein im Norden überschritt, stieß die Rhein-Mosel-Armee unter General Jean-Victor Moreau weiter südlich vor. Nach dem erfolgreichen französischem Auftakt bei Siegburg und Altenkirchen rückte der linke Flügel der Franzosen unter General Jean-Baptiste Kléber zügig durch den Westerwald vor und erreichte die Lahn, wo das Reichskammergerichtsstädtchen Wetzlar zum Brennpunkt der Operationen wurde.
Der operative Kontext und der Anmarsch der Heere
Der junge österreichische Oberbefehlshaber, Erzherzog Karl von Österreich, erkannte die tödliche Gefahr einer doppelten Umfassung. Mit großer Entschlossenheit nutzte er die vorteilhafte innere Linie, um Jourdans Einheiten abzufangen, bevor sich die beiden französischen Hauptarmeen vereinigen konnten. Eilmarschartig verlegte Karl stark befestigte Verbände von der Mainlinie nach Norden an die Lahn, um den französischen Vormarsch an diesem natürlichen Hindernis zu stoppen.
General Jourdan bezog mit seinen Truppen Stellung nördlich der Lahn zwischen Wetzlar und Weilburg. Er beabsichtigte, die Lahnübergänge zu erzwingen und die Österreicher weiter nach Süden abzudrängen. Doch Erzherzog Karl kam ihm zuvor und konzentrierte seine kaiserlichen Streitkräfte am Südufer des Flusses. Die Höhenzüge rund um Wetzlar sowie die strategisch wichtigen Ortschaften Atzbach, Garbenheim und Dorlar wurden zu Schlüsselpositionen beider Armeen.
Der Verlauf der Kämpfe am 15. und 16. Juni
Am 15. Juni begannen die ersten schweren Scharmützel, als die französische Avantgarde versuchte, die kaiserlichen Stellungen vor Wetzlar einzudrücken. Um die Stadt und die umliegenden Dörfer entbrannten heftige Infanteriegefechte. General Kléber versuchte, den linken Flügel der Österreicher durch konzentrierten Druck zu erschüttern, stieß jedoch auf unerwartet zähen Widerstand der österreichischen Grenadiere und der gut positionierten Artillerie.
Der entscheidende Wendepunkt folgte am 16. Juni. Erzherzog Karl ging von der reinen Verteidigung zur Offensive über. Durch eine geschickte Umfassungsbewegung bedrohte er den linken Flügel der Sambre-Maas-Armee. Unter dem persönlichen Befehl des Erzherzogs führten die österreichischen Truppen einen wuchtigen Gegenangriff bei Garbenheim und Atzbach. Die französische Division Lefebvre geriet unter schweren Beschuss und konnte dem kombinierten Druck der kaiserlichen Kavallerie und Infanterie nicht mehr standhalten.
Als die Österreicher drohten, den Franzosen den Rückzugsweg abzuschneiden, erkannte General Jourdan die Ausweglosigkeit der Lage. Um einer vernichtenden Niederlage oder der Einkesselung zu entgehen, befahl er am Nachmittag des 16. Juni den allgemeinen Rückzug.
Strategische Folgen des österreichischen Sieges
Der Sieg bei Wetzlar war von hoher militärischer Bedeutung. Er zwang General Jourdan zum beschleunigten Rückzug über den Westerwald in Richtung der Rheinübergänge bei Neuwied und Düsseldorf. Die französische Sambre-Maas-Armee verlor vorübergehend die Initiative und musste erhebliche Verluste an Menschen und Material hinnehmen.
Erzherzog Karl bewies bei Wetzlar erstmals im großen Stil sein operationales Geschick im Bewegungsriegel. Durch den Erfolg an der Lahn verschaffte er sich den nötigen Freiraum, um sich anschließend gegen die im Süden vorrückende Rhein-Mosel-Armee Moreaus zu wenden. Der Sommerfeldzug von 1796 entwickelte sich dadurch zu einem der Glanzpunkte in der militärischen Laufbahn des österreichischen Feldherrn.
Der operative Kontext und der Anmarsch der Heere
Der junge österreichische Oberbefehlshaber, Erzherzog Karl von Österreich, erkannte die tödliche Gefahr einer doppelten Umfassung. Mit großer Entschlossenheit nutzte er die vorteilhafte innere Linie, um Jourdans Einheiten abzufangen, bevor sich die beiden französischen Hauptarmeen vereinigen konnten. Eilmarschartig verlegte Karl stark befestigte Verbände von der Mainlinie nach Norden an die Lahn, um den französischen Vormarsch an diesem natürlichen Hindernis zu stoppen.
General Jourdan bezog mit seinen Truppen Stellung nördlich der Lahn zwischen Wetzlar und Weilburg. Er beabsichtigte, die Lahnübergänge zu erzwingen und die Österreicher weiter nach Süden abzudrängen. Doch Erzherzog Karl kam ihm zuvor und konzentrierte seine kaiserlichen Streitkräfte am Südufer des Flusses. Die Höhenzüge rund um Wetzlar sowie die strategisch wichtigen Ortschaften Atzbach, Garbenheim und Dorlar wurden zu Schlüsselpositionen beider Armeen.
Der Verlauf der Kämpfe am 15. und 16. Juni
Am 15. Juni begannen die ersten schweren Scharmützel, als die französische Avantgarde versuchte, die kaiserlichen Stellungen vor Wetzlar einzudrücken. Um die Stadt und die umliegenden Dörfer entbrannten heftige Infanteriegefechte. General Kléber versuchte, den linken Flügel der Österreicher durch konzentrierten Druck zu erschüttern, stieß jedoch auf unerwartet zähen Widerstand der österreichischen Grenadiere und der gut positionierten Artillerie.
Der entscheidende Wendepunkt folgte am 16. Juni. Erzherzog Karl ging von der reinen Verteidigung zur Offensive über. Durch eine geschickte Umfassungsbewegung bedrohte er den linken Flügel der Sambre-Maas-Armee. Unter dem persönlichen Befehl des Erzherzogs führten die österreichischen Truppen einen wuchtigen Gegenangriff bei Garbenheim und Atzbach. Die französische Division Lefebvre geriet unter schweren Beschuss und konnte dem kombinierten Druck der kaiserlichen Kavallerie und Infanterie nicht mehr standhalten.
Als die Österreicher drohten, den Franzosen den Rückzugsweg abzuschneiden, erkannte General Jourdan die Ausweglosigkeit der Lage. Um einer vernichtenden Niederlage oder der Einkesselung zu entgehen, befahl er am Nachmittag des 16. Juni den allgemeinen Rückzug.
Strategische Folgen des österreichischen Sieges
Der Sieg bei Wetzlar war von hoher militärischer Bedeutung. Er zwang General Jourdan zum beschleunigten Rückzug über den Westerwald in Richtung der Rheinübergänge bei Neuwied und Düsseldorf. Die französische Sambre-Maas-Armee verlor vorübergehend die Initiative und musste erhebliche Verluste an Menschen und Material hinnehmen.
Erzherzog Karl bewies bei Wetzlar erstmals im großen Stil sein operationales Geschick im Bewegungsriegel. Durch den Erfolg an der Lahn verschaffte er sich den nötigen Freiraum, um sich anschließend gegen die im Süden vorrückende Rhein-Mosel-Armee Moreaus zu wenden. Der Sommerfeldzug von 1796 entwickelte sich dadurch zu einem der Glanzpunkte in der militärischen Laufbahn des österreichischen Feldherrn.
Gefecht bei Kircheib / Uckerath (19. Juni 1796)
Das Gefecht bei Kircheib und Uckerath markiert einen entscheidenden Wendepunkt im Sommerfeldzug des Ersten Koalitionskrieges im Rheinland. Nach dem erfolgreichen französischen Vorstoß über die Sieg Anfang Juni 1796 standen sich an den Hängen des Siebengebirges und des Westerwaldes erneut die Truppen der Französischen Republik und des Heiligen Römischen Reiches gegenüber. Das Gefecht am 19. Juni bildete den dramatischen Höhepunkt der österreichischen Gegenoffensive unter Erzherzog Karl von Österreich-Teschen.
Die strategische Lage nach der Schlacht von Wetzlar
Nachdem General Jean-Baptiste Kléber Anfang Juni die Sieg überschritten und die Österreicher bei Altenkirchen geschlagen hatte, rückten die französischen Streitkräfte weiter in den Westerwald vor. Doch die strategische Lage änderte sich schlagartig, als der dynamische österreichische Oberbefehlshaber, Erzherzog Karl, mit bedeutenden Verstärkungen heraneilte. In der Schlacht bei Wetzlar am 15. Juni fügte er der französischen Hauptarmee unter General Jean-Baptiste Jourdan eine empfindliche Niederlage zu.
Jourdan sah sich gezwungen, den Rückzug über den Rhein anzutreten. Dadurch geriet Klébers isolierter Flügelverband, der im Raum Uckerath und Kircheib lag, in höchste Gefahr. Kléber erhielt den Befehl, die Stellungen an den Höhenrücken von Uckerath so lange wie möglich zu halten, um der Hauptarmee den gesicherten Rückzug zu ermöglichen und Zeit zu gewinnen.
Der Kampftag an der Reichstraße
Am frühen Morgen des 19. Juni 1796 entbrannte die Schlacht entlang der strategisch wichtigen Chaussee zwischen Uckerath und Kircheib. General Kléber hatte seine Divisionen geschickt auf den Anhöhen rund um Uckerath und Jungeroth postiert. Die Österreicher unter dem Kommando von Feldmarschall-Leutnant Paul Kray von Krajowa und General Paul Tisdall griffen die französischen Positionen in mehreren Kolonnen an.
Ein besonders heftiger Schlagabtausch entwickelte sich im dicht bewaldeten und hügeligen Gelände bei Kircheib. Die österreichische Infanterie rückte unter starkem Artilleriefeuer vor und versuchte, die französischen Vorposten aus ihren Verschanzungen zu drängen. Französische Plänkler nutzten das unwegsame Terrain geschickt aus, um den österreichischen Vormarsch immer wieder durch gezieltes Feuer zu verzögern. Mehrere Wellen österreichischer Kavallerieattacken wurden von den disziplinierten französischen Infanteriekarrees blutig abgewiesen.
Im Laufe des Nachmittags verstärkten die Österreicher ihren Druck auf die rechte Flanke der Franzosen. Der unermüdliche Einsatz der kaiserlichen Artillerie setzte den französischen Stellungen bei Uckerath schwer zu. Obwohl die Franzosen ihre Linien zäh verteidigten und meisterhafte Gegenangriffe führten, zeichnete sich ab, dass die österreichische Übermacht den linken Flügel der Franzosen zu umfassen drohte.
Der geordnete Rückzug und die Auswirkungen
Erkennend, dass das Aufrechterhalten der Stellung nicht länger haltbar war und seine Pflicht zur Deckung Jourdans erfüllt war, gab General Kléber am späten Nachmittag den Befehl zum geordneten Rückzug. Unter dem Schutz einer starken Nachhut wichen die französischen Truppen geordnet über Siegburg in Richtung Düsseldorf zurück. Die Österreicher setzten nach, verzichteten jedoch aufgrund eigener spürbarer Verluste und der Erschöpfung ihrer Truppen auf eine ungestüme Verfolgung.
Das Gefecht bei Kircheib und Uckerath endete mit einem taktischen Sieg der Österreicher, da sie das Schlachtfeld behaupteten und den gegnerischen Vormarsch im Rheinland endgültig stoppten. Strategisch erwies sich der Widerstand Klébers jedoch als Erfolg für die Franzosen: Durch das hinhaltende Gefecht konnte sich die französische Sambre-Maas-Armee ohne katastrophale Verluste hinter den Rhein zurückziehen. Die Dörfer Uckerath, Kircheib und die umliegenden Gehöfte erlitten durch das stundenländliche Artilleriefeuer und die anschließenden Einquartierungen schwerste Verwüstungen, deren Nachwirkungen die Region noch Jahre spürte.
Die strategische Lage nach der Schlacht von Wetzlar
Nachdem General Jean-Baptiste Kléber Anfang Juni die Sieg überschritten und die Österreicher bei Altenkirchen geschlagen hatte, rückten die französischen Streitkräfte weiter in den Westerwald vor. Doch die strategische Lage änderte sich schlagartig, als der dynamische österreichische Oberbefehlshaber, Erzherzog Karl, mit bedeutenden Verstärkungen heraneilte. In der Schlacht bei Wetzlar am 15. Juni fügte er der französischen Hauptarmee unter General Jean-Baptiste Jourdan eine empfindliche Niederlage zu.
Jourdan sah sich gezwungen, den Rückzug über den Rhein anzutreten. Dadurch geriet Klébers isolierter Flügelverband, der im Raum Uckerath und Kircheib lag, in höchste Gefahr. Kléber erhielt den Befehl, die Stellungen an den Höhenrücken von Uckerath so lange wie möglich zu halten, um der Hauptarmee den gesicherten Rückzug zu ermöglichen und Zeit zu gewinnen.
Der Kampftag an der Reichstraße
Am frühen Morgen des 19. Juni 1796 entbrannte die Schlacht entlang der strategisch wichtigen Chaussee zwischen Uckerath und Kircheib. General Kléber hatte seine Divisionen geschickt auf den Anhöhen rund um Uckerath und Jungeroth postiert. Die Österreicher unter dem Kommando von Feldmarschall-Leutnant Paul Kray von Krajowa und General Paul Tisdall griffen die französischen Positionen in mehreren Kolonnen an.
Ein besonders heftiger Schlagabtausch entwickelte sich im dicht bewaldeten und hügeligen Gelände bei Kircheib. Die österreichische Infanterie rückte unter starkem Artilleriefeuer vor und versuchte, die französischen Vorposten aus ihren Verschanzungen zu drängen. Französische Plänkler nutzten das unwegsame Terrain geschickt aus, um den österreichischen Vormarsch immer wieder durch gezieltes Feuer zu verzögern. Mehrere Wellen österreichischer Kavallerieattacken wurden von den disziplinierten französischen Infanteriekarrees blutig abgewiesen.
Im Laufe des Nachmittags verstärkten die Österreicher ihren Druck auf die rechte Flanke der Franzosen. Der unermüdliche Einsatz der kaiserlichen Artillerie setzte den französischen Stellungen bei Uckerath schwer zu. Obwohl die Franzosen ihre Linien zäh verteidigten und meisterhafte Gegenangriffe führten, zeichnete sich ab, dass die österreichische Übermacht den linken Flügel der Franzosen zu umfassen drohte.
Der geordnete Rückzug und die Auswirkungen
Erkennend, dass das Aufrechterhalten der Stellung nicht länger haltbar war und seine Pflicht zur Deckung Jourdans erfüllt war, gab General Kléber am späten Nachmittag den Befehl zum geordneten Rückzug. Unter dem Schutz einer starken Nachhut wichen die französischen Truppen geordnet über Siegburg in Richtung Düsseldorf zurück. Die Österreicher setzten nach, verzichteten jedoch aufgrund eigener spürbarer Verluste und der Erschöpfung ihrer Truppen auf eine ungestüme Verfolgung.
Das Gefecht bei Kircheib und Uckerath endete mit einem taktischen Sieg der Österreicher, da sie das Schlachtfeld behaupteten und den gegnerischen Vormarsch im Rheinland endgültig stoppten. Strategisch erwies sich der Widerstand Klébers jedoch als Erfolg für die Franzosen: Durch das hinhaltende Gefecht konnte sich die französische Sambre-Maas-Armee ohne katastrophale Verluste hinter den Rhein zurückziehen. Die Dörfer Uckerath, Kircheib und die umliegenden Gehöfte erlitten durch das stundenländliche Artilleriefeuer und die anschließenden Einquartierungen schwerste Verwüstungen, deren Nachwirkungen die Region noch Jahre spürte.
Feldzug 1796, Teil 2: Der Rückzug und der Tod Marceaus (September)
Die Kämpfe an der Lahn und bei Limburg (16.–19. September 1796)
Im Spätsommer des Jahres 1796 neigte sich der spektakuläre Feldzug der französischen Republikaner in Süddeutschland seinem dramatischen Ende zu. Nach den schweren Niederlagen bei Amberg und Würzburg befand sich die Sambre-Maas-Armee unter General Jean-Baptiste Jourdan auf dem ungeordneten Rückzug gen Westen. Die kaiserlich-österreichischen Truppen unter dem Befehl des erst 25-jährigen, strategisch hochbegabten Erzherzogs Karl setzten den geschlagenen Franzosen unerbittlich nach. Um dem vollständigen Kollaps der Armee zu entgehen und den Rheinübergang zu sichern, befahl Jourdan seiner verbliebenen Streitmacht, an den steilen Ufern und Flussübergängen der Lahn Stellung zu beziehen und den österreichischen Vormarsch um jeden Preis aufzuhalten.
Die Ausgangslage an der Lahnlinie
Mitte September bezog die französische Armee eine langgestreckte Verteidigungslinie entlang der Lahn. Der linke Flügel reichte bis in den Raum Wetzlar und Giessen, während das Zentrum und der rechte Flügel die strategisch entscheidenden Flussübergänge bei Weilburg, Runkel, Limburg und Diez sicherten. Den Schutz des rechten Flügels und damit der Schlüsselposition bei Limburg hatte General Jean-Baptiste Kléber übernommen, der über erfahrene Divisionen wie jene von François-Joseph Lefebvre und Paul Grenier verfügte.
Ihnen gegenüber manövrierte Erzherzog Karl mit der österreichischen Hauptarmee. Karl hatte erkannt, dass der Schwachpunkt der weit auseinandergezogenen französischen Stellung an der Lahn in ihrer enormen Ausdehnung lag. Ein konzentrierter Stoß auf den rechten Flügel der Franzosen bei Limburg drohte, Jourdans Truppen die Rückzugswege nach Dillenburger Land und Westerwald abzuschneiden und sie gegen den Rhein zu drängen.
Das Entbrennen der Kämpfe um Limburg und Diez
Am 16. September 1796 tasteten sich die österreichischen Vorhuten an die Stellungen der Franzosen heran. Erste heftige Plänkeleien entbrannten an den Vorpostenketten rund um Diez und Limburg. Am darauffolgenden Tag, dem 17. September, entwickelte sich der Schlagabtausch zu einer vollwertigen Schlacht. Die kaiserlichen Kolonnen unter Führung der Generäle Neu und Kray stießen mit großer Entschlossenheit auf Limburg vor.
Besonders um die steinerne Lahnbrücke in Limburg und die umliegenden Höhenzüge entbrannten blutige Nahkämpfe. Die französische Infanterie verschanzte sich in den Vororten und hinter den Flussufern, wo sie den angreifenden Österreicher mit massiertem Kartätschen- und Gewehrfeuer empfing. Mehrfach wechselten einzelne Schlüsselpositionen wie die Höhen von Dietkirchen oder die Zugänge zur Stadt den Besitzer. Trotz des zähen Widerstands der französischen Nachhut gelang es den Österreichern, den Druck auf Limburg unaufhörlich zu steigern und die Franzosen Schritt für Schritt aus ihren Schanzen zu drängen.
zeitgleich entsandte Erzherzog Karl starke Kavallerie- und Infanterieverbände weiter nach Westen, um die Lahn bei Diez zu überqueren. Damit drohte der französischen Division Marceau die vollständige Umfassung. In den heftigen Gefechten bei Höchstenbach erlitt die französische Armee einen schweren moralischen und militärischen Verlust: Der hochangesehene, erst 27-jährige französische General François Séverin Marceau wurde von einem tiroler Schützen tödlich verwundet. Sein Tod löste tiefes Entsetzen in den Reihen der Republikaner aus und schwächte die Kampfmoral der Truppe spürbar.
Der französische Rückzug und die strategischen Folgen
Am 18. und 19. September erkannte General Jourdan die Ausweglosigkeit seiner Lage. Der rechte Flügel bei Limburg war gebrochen, die Lahnlinie an mehreren Stellen von den kaiserlichen Truppen überschritten und die Gefahr einer vollständigen Einkesselung greifbar nah. Jourdan blieb keine andere Wahl, als den allgemeinen Rückzug durch den Westerwald einzuleiten.
Unter der umsichtigen Führung von General Kléber gelang es den Franzosen, den Rückzug der Sambre-Maas-Armee über Hachenburg und Altenkirchen in Richtung des Rheins zu decken und die Verfolger auf Abstand zu halten. Obwohl die Franzosen eine Vernichtungsschlacht vermeiden konnten, bedeuteten die Kämpfe an der Lahn die endgültige Entscheidung des Feldzugs von 1796. Innerhalb weniger Tage überquerte die geschlagene französische Armee bei Düsseldorf und Neuwied wieder das linke Rheinufer.
Die Kämpfe an der Lahn hinterließen in der Region Limburg tiefe Spuren. Die Stadt Limburg und die umliegenden Dörfer litten massiv unter dem tagelangen Artilleriefeuer, den Plünderungen und den Requisitionen beider Heere. Strategisch festigten die Siege bei Limburg und Würzburg den Ruf Erzherzog Karls als eines der fähigsten Feldherren seiner Zeit, der den Vorstoß der Franzosen nach Mitteleuropa vorerst komplett zum Erliegen brachte.
Die Ausgangslage an der Lahnlinie
Mitte September bezog die französische Armee eine langgestreckte Verteidigungslinie entlang der Lahn. Der linke Flügel reichte bis in den Raum Wetzlar und Giessen, während das Zentrum und der rechte Flügel die strategisch entscheidenden Flussübergänge bei Weilburg, Runkel, Limburg und Diez sicherten. Den Schutz des rechten Flügels und damit der Schlüsselposition bei Limburg hatte General Jean-Baptiste Kléber übernommen, der über erfahrene Divisionen wie jene von François-Joseph Lefebvre und Paul Grenier verfügte.
Ihnen gegenüber manövrierte Erzherzog Karl mit der österreichischen Hauptarmee. Karl hatte erkannt, dass der Schwachpunkt der weit auseinandergezogenen französischen Stellung an der Lahn in ihrer enormen Ausdehnung lag. Ein konzentrierter Stoß auf den rechten Flügel der Franzosen bei Limburg drohte, Jourdans Truppen die Rückzugswege nach Dillenburger Land und Westerwald abzuschneiden und sie gegen den Rhein zu drängen.
Das Entbrennen der Kämpfe um Limburg und Diez
Am 16. September 1796 tasteten sich die österreichischen Vorhuten an die Stellungen der Franzosen heran. Erste heftige Plänkeleien entbrannten an den Vorpostenketten rund um Diez und Limburg. Am darauffolgenden Tag, dem 17. September, entwickelte sich der Schlagabtausch zu einer vollwertigen Schlacht. Die kaiserlichen Kolonnen unter Führung der Generäle Neu und Kray stießen mit großer Entschlossenheit auf Limburg vor.
Besonders um die steinerne Lahnbrücke in Limburg und die umliegenden Höhenzüge entbrannten blutige Nahkämpfe. Die französische Infanterie verschanzte sich in den Vororten und hinter den Flussufern, wo sie den angreifenden Österreicher mit massiertem Kartätschen- und Gewehrfeuer empfing. Mehrfach wechselten einzelne Schlüsselpositionen wie die Höhen von Dietkirchen oder die Zugänge zur Stadt den Besitzer. Trotz des zähen Widerstands der französischen Nachhut gelang es den Österreichern, den Druck auf Limburg unaufhörlich zu steigern und die Franzosen Schritt für Schritt aus ihren Schanzen zu drängen.
zeitgleich entsandte Erzherzog Karl starke Kavallerie- und Infanterieverbände weiter nach Westen, um die Lahn bei Diez zu überqueren. Damit drohte der französischen Division Marceau die vollständige Umfassung. In den heftigen Gefechten bei Höchstenbach erlitt die französische Armee einen schweren moralischen und militärischen Verlust: Der hochangesehene, erst 27-jährige französische General François Séverin Marceau wurde von einem tiroler Schützen tödlich verwundet. Sein Tod löste tiefes Entsetzen in den Reihen der Republikaner aus und schwächte die Kampfmoral der Truppe spürbar.
Der französische Rückzug und die strategischen Folgen
Am 18. und 19. September erkannte General Jourdan die Ausweglosigkeit seiner Lage. Der rechte Flügel bei Limburg war gebrochen, die Lahnlinie an mehreren Stellen von den kaiserlichen Truppen überschritten und die Gefahr einer vollständigen Einkesselung greifbar nah. Jourdan blieb keine andere Wahl, als den allgemeinen Rückzug durch den Westerwald einzuleiten.
Unter der umsichtigen Führung von General Kléber gelang es den Franzosen, den Rückzug der Sambre-Maas-Armee über Hachenburg und Altenkirchen in Richtung des Rheins zu decken und die Verfolger auf Abstand zu halten. Obwohl die Franzosen eine Vernichtungsschlacht vermeiden konnten, bedeuteten die Kämpfe an der Lahn die endgültige Entscheidung des Feldzugs von 1796. Innerhalb weniger Tage überquerte die geschlagene französische Armee bei Düsseldorf und Neuwied wieder das linke Rheinufer.
Die Kämpfe an der Lahn hinterließen in der Region Limburg tiefe Spuren. Die Stadt Limburg und die umliegenden Dörfer litten massiv unter dem tagelangen Artilleriefeuer, den Plünderungen und den Requisitionen beider Heere. Strategisch festigten die Siege bei Limburg und Würzburg den Ruf Erzherzog Karls als eines der fähigsten Feldherren seiner Zeit, der den Vorstoß der Franzosen nach Mitteleuropa vorerst komplett zum Erliegen brachte.
Feldzug 1797: Hoches Durchbruch bei Neuwied und Dierdorf
Im Frühjahr des Jahres 1797 neigte sich der Erste Koalitionskrieg seinem dramatischen Höhepunkt zu. Während der junge General Napoleon Bonaparte in Italien einen triumphale Feldzug gegen das Haus Habsburg führte und den Weg nach Wien erzwang, stand die militärische Lage an der Rheinfront seit Monaten festgefahren. Das französische Direktorium verlangte nach einer Entscheidung auf dem deutschen Kriegsschauplatz, um den Druck auf die kaiserlichen Truppen im Herzen Europas zu maximieren. Dem aufstrebenden, erst 28-jährigen General Lazare Hoche wurde der Oberbefehl über die französische Sambre-Maas-Armee anvertraut. Sein Auftrag war klar definiert: Der Rhein musste überschritten, der Gegner aus seinen Verschanzungen geworfen und der Vormarsch nach Hessen erzwungen werden.
Schlacht bei Neuwied (18. April 1797)
Vorbereitung und der kühne Flussübergang
Als operative Basis für das Vorhaben diente der französische Brückenkopf von Neuwied, der bereits seit dem Vorjahr gehalten wurde. Allerdings hatten die Österreicher unter dem Kommando von Feldmarschallleutnant Franz von Werneck das hügelige Hinterland östlich des Rheins tief gestaffelt befestigt. Die Höhenzüge rund um Heddesdorf, Bendorf und Engers waren mit Schanzen, Gräben und starken Artilleriestellungen gesichert. Werneck wusste um die Bedeutung Neuwieds als Einfallstor und hielt die umliegenden Stellungen mit rund dreißigtausend Mann besetzt.
In den frühen Morgenstunden des 18. April 1797 ließ Hoche die Würfel fallen. Unter dem Schutz dicht aufgestellter Artillerie und im Nebel der Morgendämmerung setzte das französische Heer auf Schiffen und Behelfsbrücken über den Strom. Die Infanteriedivisionen unter den Generälen Lefebvre, Championnet und Grenier stießen in breiter Front an das östliche Rheinufer vor. Die Überraschung der Verteidiger war unvollständig, da die Österreicher mit einem Angriff rechneten, doch die Wucht und die Zügigkeit der französischen Anlandung übertrafen alle Befürchtungen der kaiserlichen Truppen.
Der Sturm auf die Schanzen
Nach dem geglückten Flussübergang entbrannte ein erbitterter Kampf um die österreichischen Erdbefestigungen im Raum Heddesdorf. Die kaiserliche Artillerie bestrich die herannahenden Kolonnen mit Kartätschen, doch die französische Infanterie stürmte mit gefälltem Bajonett ungeachtet der Verluste vorwärts. Besondere Entschlossenheit zeigte die Division Lefebvre, die den rechten Flügel der Österreicher ins Wanken brachte.
Zeitgleich entfaltete die französische Kavallerie unter dem Kommando des legendären Reitergenerals Antoine Richepanse eine verheerende Wirkung. In einer kühnen Attacke durchbrachen die leichten Husaren und Chasseurs à cheval die gegnerischen Linien, überrannten mehrere österreichische Artilleriebatterien und schnitten einzelnen Infanteriebataillonen den Rückzugsweg ab. Der koordinierte Einsatz von Infanteriesturm und massiertem Kavallerieaufmarsch brach schließlich den Widerstand der hartnäckig verteidigenden Österreicher.
Gegen Mittag war die Verteidigungslinie von Werneck vollständig kollabiert. Die kaiserlichen Truppen mussten ihre verschanzten Positionen aufgeben und traten einen ungeordneten Rückzug in Richtung Limburg an der Lahn an. Sie ließen Tausende Gefangene, zahlreiche Geschütze, Fahnen und beträchtliche Vorratslager in den Händen der Sieger zurück.
Ein Wendepunkt ohne strategische Vollendung
Der Sieg bei Neuwied war ein militärisches Meisterstück Hoches und galt als eine der am sorgfältigsten geplanten und am effizientesten ausgeführten Operationen der Französischen Revolutionskriege. Die Sambre-Maas-Armee setzte den geschlagenen Österreichern energisch nach und drängte sie über die Lahn zurück. Der Weg in das Innere Deutschlands stand den französischen Truppen weit offen.
Doch der volle strategische Erfolg dieser Großoffensive wurde noch auf dem Schlachtfeld von der Politik eingeholt. Nur wenige Stunden nach dem Ende der Kämpfe erreichten Kuriere das Hauptquartier Hoches mit einer historischen Nachricht: Napoleon Bonaparte hatte bereits am selben Tag eigenmächtig den Vorfrieden von Leoben mit Österreich unterzeichnet. Sämtliche Kampfhandlungen an der Rheinfront mussten mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.
Trotz der abrupten Einstellung der Feindseligkeiten ging die Schlacht bei Neuwied als einer der glänzendsten Siege der französischen Armee am Rhein in die Geschichte ein. Sie bewies das hohe taktische Vermögen der Revolutionsarmee und begründete den Ruhm Lazare Hoches als eines der fähigsten Feldherren seiner Zeit, ehe sein dramatischer und früher Tod im September desselben Jahres seine vielversprechende Karriere beendete.
Als operative Basis für das Vorhaben diente der französische Brückenkopf von Neuwied, der bereits seit dem Vorjahr gehalten wurde. Allerdings hatten die Österreicher unter dem Kommando von Feldmarschallleutnant Franz von Werneck das hügelige Hinterland östlich des Rheins tief gestaffelt befestigt. Die Höhenzüge rund um Heddesdorf, Bendorf und Engers waren mit Schanzen, Gräben und starken Artilleriestellungen gesichert. Werneck wusste um die Bedeutung Neuwieds als Einfallstor und hielt die umliegenden Stellungen mit rund dreißigtausend Mann besetzt.
In den frühen Morgenstunden des 18. April 1797 ließ Hoche die Würfel fallen. Unter dem Schutz dicht aufgestellter Artillerie und im Nebel der Morgendämmerung setzte das französische Heer auf Schiffen und Behelfsbrücken über den Strom. Die Infanteriedivisionen unter den Generälen Lefebvre, Championnet und Grenier stießen in breiter Front an das östliche Rheinufer vor. Die Überraschung der Verteidiger war unvollständig, da die Österreicher mit einem Angriff rechneten, doch die Wucht und die Zügigkeit der französischen Anlandung übertrafen alle Befürchtungen der kaiserlichen Truppen.
Der Sturm auf die Schanzen
Nach dem geglückten Flussübergang entbrannte ein erbitterter Kampf um die österreichischen Erdbefestigungen im Raum Heddesdorf. Die kaiserliche Artillerie bestrich die herannahenden Kolonnen mit Kartätschen, doch die französische Infanterie stürmte mit gefälltem Bajonett ungeachtet der Verluste vorwärts. Besondere Entschlossenheit zeigte die Division Lefebvre, die den rechten Flügel der Österreicher ins Wanken brachte.
Zeitgleich entfaltete die französische Kavallerie unter dem Kommando des legendären Reitergenerals Antoine Richepanse eine verheerende Wirkung. In einer kühnen Attacke durchbrachen die leichten Husaren und Chasseurs à cheval die gegnerischen Linien, überrannten mehrere österreichische Artilleriebatterien und schnitten einzelnen Infanteriebataillonen den Rückzugsweg ab. Der koordinierte Einsatz von Infanteriesturm und massiertem Kavallerieaufmarsch brach schließlich den Widerstand der hartnäckig verteidigenden Österreicher.
Gegen Mittag war die Verteidigungslinie von Werneck vollständig kollabiert. Die kaiserlichen Truppen mussten ihre verschanzten Positionen aufgeben und traten einen ungeordneten Rückzug in Richtung Limburg an der Lahn an. Sie ließen Tausende Gefangene, zahlreiche Geschütze, Fahnen und beträchtliche Vorratslager in den Händen der Sieger zurück.
Ein Wendepunkt ohne strategische Vollendung
Der Sieg bei Neuwied war ein militärisches Meisterstück Hoches und galt als eine der am sorgfältigsten geplanten und am effizientesten ausgeführten Operationen der Französischen Revolutionskriege. Die Sambre-Maas-Armee setzte den geschlagenen Österreichern energisch nach und drängte sie über die Lahn zurück. Der Weg in das Innere Deutschlands stand den französischen Truppen weit offen.
Doch der volle strategische Erfolg dieser Großoffensive wurde noch auf dem Schlachtfeld von der Politik eingeholt. Nur wenige Stunden nach dem Ende der Kämpfe erreichten Kuriere das Hauptquartier Hoches mit einer historischen Nachricht: Napoleon Bonaparte hatte bereits am selben Tag eigenmächtig den Vorfrieden von Leoben mit Österreich unterzeichnet. Sämtliche Kampfhandlungen an der Rheinfront mussten mit sofortiger Wirkung eingestellt werden.
Trotz der abrupten Einstellung der Feindseligkeiten ging die Schlacht bei Neuwied als einer der glänzendsten Siege der französischen Armee am Rhein in die Geschichte ein. Sie bewies das hohe taktische Vermögen der Revolutionsarmee und begründete den Ruhm Lazare Hoches als eines der fähigsten Feldherren seiner Zeit, ehe sein dramatischer und früher Tod im September desselben Jahres seine vielversprechende Karriere beendete.
Folgen für die Bevölkerung:
Einquartierung und Requisition: Beide Armeen lebten aus dem Land. Vieh, Futter, Getreide und Fuhrwerke wurden beschlagnahmt; Orte an der Achse Siegburg–Altenkirchen–Limburg traf es mehrfach.
Kontributionen: Französische Kommandeure forderten Geldsummen von Städten wie Montabaur; ähnliche Forderungen trafen Frankfurt in Millionenhöhe.
Seuchen und Verwüstung: Lazarette, Truppenlager und verbrannte Dörfer hinterließen Krankheiten und Not, besonders im Raum Altenkirchen, Uckerath und Kircheib.
Langfristig: Der Krieg leitete das Ende der kleinteiligen Herrschaftsordnung ein. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 und dem Rheinbund fiel der größte Teil des Westerwalds an Nassau.
Kontributionen: Französische Kommandeure forderten Geldsummen von Städten wie Montabaur; ähnliche Forderungen trafen Frankfurt in Millionenhöhe.
Seuchen und Verwüstung: Lazarette, Truppenlager und verbrannte Dörfer hinterließen Krankheiten und Not, besonders im Raum Altenkirchen, Uckerath und Kircheib.
Langfristig: Der Krieg leitete das Ende der kleinteiligen Herrschaftsordnung ein. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 und dem Rheinbund fiel der größte Teil des Westerwalds an Nassau.
Erinnerungsorte
| Ort | Was erinnert | Bezug |
|---|---|---|
| Höchstenbach | Gedenkstein am Ort der Verwundung | Marceau, 19. September 1796 |
| Altenkirchen | Sterbeort im ehemaligen Gouverneurshaus | Marceau, 21. September 1796 |
| Koblenz-Lützel (Petersberg) | Marceau-Grabmal (Pyramide nach Klébers Entwurf), später auch Grabstätte Hoches | Marceau, Hoche |
| Weißenthurm | Hoche-Denkmal am Rhein | Rheinübergang 1797 |
| Griesenbach / Kircheib | Gedenkstätte zur Schlacht von Kircheib, eingeweiht 2009 | Gefecht 19. Juni 1796 |
| Paris, Arc de Triomphe | Inschriften „Altenkirchen“ und „Neuwied“ | Siege 1796/1797 |
Militärische Bilanz
Eine verheerende militärische Bilanz
Die operative Rolle des Westerwaldes war in erster Linie seiner Geografie geschuldet: Der Höhenzug bildete die natürliche Einfallsschneise zwischen dem Niederrhein und den süddeutschen Territorien. Dreimal wogte die französische Sambre-Maas-Armee unter Generälen wie Jean-Baptiste Kléber, Jean-Baptiste Jourdan und Lazare Hoche über das Land – mal im drängenden Vormarsch, mal im ungeordneten, hart umkämpften Rückzug.
Militärisch hinterließen die drei Feldzüge eine blutige Spur. Tausende Soldaten beider Lager verloren bei den Schlachten ihr Leben oder erlagen in den rasch eingerichteten Lazaretten, wie etwa im Kloster Marienstatt, ihren Verletzungen. Die Truppenbewegungen entzogen sich jeder geordneten Logistik: Feldlager wie das französische Lager Jungeroth bei Buchholz nutzten die Hänge und Bäche als natürliche Festungen, schnitten dabei aber die umliegenden Ortschaften von ihren Verkehrswegen und Lebensgrundlagen ab.
Für die Zivilbevölkerung geriet die Präsenz der Zehntausenden Soldaten zur Katastrophe. Unter dem Deckmantel des verordneten Requisitionswesens pressten sowohl Franzosen als auch Österreicher Getreide, Vieh, Futter und Transportmittel ab. Was nicht freiwillig herausgegeben wurde, fiel regelmäßigen Plünderungen zum Opfer. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt, Höfe verwüstet und die Infrastruktur nachhaltig zerstört. Die ständige Not, gepaart mit dem Zusammenbruch der Hygiene, führte zum Ausbruch von Epidemien, die in manchen Westerwälder Gemeinden mehr Opfer forderten als die eigentlichen Kampfhandlungen.
Die historisch-strategische Bedeutung
Obwohl der deutsche Kriegsschauplatz in der Rückschau häufig im Schatten von Napoleon Bonapartes zeitgleichem Italienfeldzug steht, war das Geschehen im Westerwald von hoher strategischer Relevanz.
Die Vorstöße der Sambre-Maas-Armee dienten als unverzichtbares Ablenkungsmanöver, um österreichische Hauptkräfte zu binden und den Druck von den übrigen Fronten abzulenken. Die Eröffnung der Offensive über Siegburg und Altenkirchen im Juni 1796 entlastete die französische Rhein-Mosel-Armee im Süden maßgeblich.
Zudem war der Westerwald ein Experimentierfeld neuer militärischer Taktiken. Die französischen Revolutionsarmeen operierten mit beweglichen, leichten Infanterie- und Kavallerieverbänden sowie einer aggressiven Avantgarde-Taktik, die den starren, auf Magazinversorgung ausgerichteten Verteidigungslinien der Österreicher überlegen war. Die Schlacht bei Neuwied im April 1797 markierte den Höhepunkt dieser Entwicklung: Der kühne Flussübergang unter General Hoche und der anschließende Sturm auf die österreichischen Schanzen gelten in der Militärhistorie als Lehrbeispiel für koordinierte Großoperationen der Revolutionskriege.
Langfristige gesellschaftliche und politische Auswirkungen
Die unmittelbaren Folgen der Feldzüge prägten die politischen Strukturen der Region für Jahrzehnte. Die Schwäche des Alten Reiches und seiner Kleinstaaten im Westerwald wurde schonungslos offenlegt. Die Region erwies sich als nicht verteidigungsfähig und geriet rasch unter wechselnde Einfluss- und Besatzungszonen.
Diese Jahre ebneten den Weg für den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und die spätere Gründung des Rheinbundes. Die alten Landesherrschaften wurden aufgelöst oder neu geordnet, wodurch der Westerwald schließlich in das Herzogtum Nassau sowie preußische Verwaltungsstrukturen eingegliedert wurde.
Auf gesellschaftlicher Ebene hinterließen die Jahre der Not ein tief sitzendes kollektives Trauma. Zugleich sickerten mit den französischen Truppen jedoch auch die Ideen von Freiheit, Gleichheit und die Grundsätze des Code Napoléon im Rheinland ein, was das Entstehen eines bürgerlichen Bewusstseins im Laufe des 19. Jahrhunderts stark beschleunigte.
Die operative Rolle des Westerwaldes war in erster Linie seiner Geografie geschuldet: Der Höhenzug bildete die natürliche Einfallsschneise zwischen dem Niederrhein und den süddeutschen Territorien. Dreimal wogte die französische Sambre-Maas-Armee unter Generälen wie Jean-Baptiste Kléber, Jean-Baptiste Jourdan und Lazare Hoche über das Land – mal im drängenden Vormarsch, mal im ungeordneten, hart umkämpften Rückzug.
Militärisch hinterließen die drei Feldzüge eine blutige Spur. Tausende Soldaten beider Lager verloren bei den Schlachten ihr Leben oder erlagen in den rasch eingerichteten Lazaretten, wie etwa im Kloster Marienstatt, ihren Verletzungen. Die Truppenbewegungen entzogen sich jeder geordneten Logistik: Feldlager wie das französische Lager Jungeroth bei Buchholz nutzten die Hänge und Bäche als natürliche Festungen, schnitten dabei aber die umliegenden Ortschaften von ihren Verkehrswegen und Lebensgrundlagen ab.
Für die Zivilbevölkerung geriet die Präsenz der Zehntausenden Soldaten zur Katastrophe. Unter dem Deckmantel des verordneten Requisitionswesens pressten sowohl Franzosen als auch Österreicher Getreide, Vieh, Futter und Transportmittel ab. Was nicht freiwillig herausgegeben wurde, fiel regelmäßigen Plünderungen zum Opfer. Ganze Dörfer wurden niedergebrannt, Höfe verwüstet und die Infrastruktur nachhaltig zerstört. Die ständige Not, gepaart mit dem Zusammenbruch der Hygiene, führte zum Ausbruch von Epidemien, die in manchen Westerwälder Gemeinden mehr Opfer forderten als die eigentlichen Kampfhandlungen.
Die historisch-strategische Bedeutung
Obwohl der deutsche Kriegsschauplatz in der Rückschau häufig im Schatten von Napoleon Bonapartes zeitgleichem Italienfeldzug steht, war das Geschehen im Westerwald von hoher strategischer Relevanz.
Die Vorstöße der Sambre-Maas-Armee dienten als unverzichtbares Ablenkungsmanöver, um österreichische Hauptkräfte zu binden und den Druck von den übrigen Fronten abzulenken. Die Eröffnung der Offensive über Siegburg und Altenkirchen im Juni 1796 entlastete die französische Rhein-Mosel-Armee im Süden maßgeblich.
Zudem war der Westerwald ein Experimentierfeld neuer militärischer Taktiken. Die französischen Revolutionsarmeen operierten mit beweglichen, leichten Infanterie- und Kavallerieverbänden sowie einer aggressiven Avantgarde-Taktik, die den starren, auf Magazinversorgung ausgerichteten Verteidigungslinien der Österreicher überlegen war. Die Schlacht bei Neuwied im April 1797 markierte den Höhepunkt dieser Entwicklung: Der kühne Flussübergang unter General Hoche und der anschließende Sturm auf die österreichischen Schanzen gelten in der Militärhistorie als Lehrbeispiel für koordinierte Großoperationen der Revolutionskriege.
Langfristige gesellschaftliche und politische Auswirkungen
Die unmittelbaren Folgen der Feldzüge prägten die politischen Strukturen der Region für Jahrzehnte. Die Schwäche des Alten Reiches und seiner Kleinstaaten im Westerwald wurde schonungslos offenlegt. Die Region erwies sich als nicht verteidigungsfähig und geriet rasch unter wechselnde Einfluss- und Besatzungszonen.
Diese Jahre ebneten den Weg für den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und die spätere Gründung des Rheinbundes. Die alten Landesherrschaften wurden aufgelöst oder neu geordnet, wodurch der Westerwald schließlich in das Herzogtum Nassau sowie preußische Verwaltungsstrukturen eingegliedert wurde.
Auf gesellschaftlicher Ebene hinterließen die Jahre der Not ein tief sitzendes kollektives Trauma. Zugleich sickerten mit den französischen Truppen jedoch auch die Ideen von Freiheit, Gleichheit und die Grundsätze des Code Napoléon im Rheinland ein, was das Entstehen eines bürgerlichen Bewusstseins im Laufe des 19. Jahrhunderts stark beschleunigte.
Zeittafel
Datum Ereignis Kommandeure (F / Ö) Ausgang
Sept. 1795 Rheinübergänge bei Düsseldorf und Neuwied, Vormarsch zur Lahn Jourdan, Kléber, Marceau / Clerfayt Kampfloser Vormarsch
Okt. 1795 Rückzug der Sambre-Maas-Armee durch den Westerwald Jourdan / Clerfayt Französischer Rückzug
01.06.1796 Gefecht bei Siegburg Kléber, Lefebvre, Colaud / Kienmayer, Württemberg Französischer Sieg
04.06.1796 Erste Schlacht bei Altenkirchen Kléber, Lefebvre, Soult, Ney / Württemberg Französischer Sieg
15.–16.06.1796 Schlacht bei Wetzlar Jourdan, Lefebvre / Erzherzog Karl Österreichischer Sieg
19.06.1796 Gefecht bei Kircheib/Uckerath Kléber / Kray Unentschieden, französischer Rückzug
16.–19.09.1796 Kämpfe an der Lahn (Limburg, Diez, Gießen) Jourdan, Marceau / Erzherzog Karl, Kray Österreichischer Lahnübergang
19.–21.09.1796 Nachhutgefechte Freilingen–Höchstenbach, zweites Gefecht bei Altenkirchen Marceau / Erzherzog Karl Rückzug gesichert, Marceau tödlich verwundet
18.04.1797 Schlacht bei Neuwied, Reitergefecht bei Dierdorf Hoche, Ney / Werneck, Kray Französischer Sieg, Ney gefangen
