Nach Berlin


An Herrn Talleyrand. Paris, 30. Januar 1806 aus "Ausgewählte Korrespondenz Napoleons I."

Ich wünsche nicht, dass Preußen eine bedeutende Gebietsvermehrung erhalte. Diese Vermehrung würde dasselbe für Russland bedrohlicher machen, aber auch für Frankreich. Preußen kann durch besondere oder allgemeine Verhältnisse bestimmt werden. Durch letztere, wenn es die Klagen über eine Universalmonarchie theilt; durch besondere Verhältnisse wegen der Nähe Hollands und des Niederrheins. So wie Preußen jetzt ist, ist es eine große Macht, und, aus dem Gesichtspunkt allgemeiner Beziehungen wäre es ein großer Fehler, wenn ich seine Vergrößerung zugäbe. Aber wenn besondere Gründe dafür sprechen sollten, diese Vermehrung zu dulden, so könnte man dadurch entgegen wirken, dass man in Deutschland einen ganz neuen Staat gründete, der eine Vergrößerung erhielte, welche der Vergrößerung Preußens gleich käme und der durch Familien-oder geographische Verhältnisse zum System Frankreichs gehören würde. Der Sitz dieser Macht scheint natürlicherweise Wesel und Düsseldorf. Der Kern derselben würde bestehen: 1) aus dem Herzogtum Berg; 2) aus dem Herzogtum Kleve; das macht 300.000 Mann. Man müsste in anderen Stellungen wenigstem 500.000 Mann suchen, was eine Macht von 800.000 Mann bilden und eine Truppenzahl liefern würde, welche der der preußischen Vermehrung gleichkommen würde. Wenn man hinzufügt, was oben gesagt worden ist, dass man Preußen von Holland und vom Niederrhein entfernen sollte, so könnte man die Staaten des neuen Fürsten erweitern, ihm Münster, Hessen, Darmstadt und Alles geben, was damit vereinigt werden könnte, wenn es sich um Hamburg oder um andere Hanse- oder reichsunmittelbare Städte handelte; wenn es sich aber darum handelte, die kleinen Fürsten abzusetzen und somit dem deutschen Reich ein Ende zu machen, so müsste man zeigen, was die Fürsten dabei gewinnen würden, die unter französischem Einfluss, und was diejenigen, die unter österreichischem oder russischem Einfluss stehen. Alle schwäbischen Fürsten würden die drei großen Bundesgenossen Frankreichs vergrößern; diejenigen, welche dem Landgrafen von Darmstadt und dem neuen Fürsten von Düsseldorf anständig wären, könnten als solche betrautet werden, welche den Einfluss Frankreichs vermehrten. Man müsste nur noch sehen, was Preußen, Sachsen, Hessen-Kassel dabei gewinnen würden, welche mit Österreich in Deutschland die einzigen neun großen Mächte sein würden. Ich wünsche einen Bericht, der mir die Namen, die Volkszahl, den Reichtum der Länder genau bezeichnet, welche einen neuen Staat bilden könnten, sowie die Gebietsverhältnisse aller der Fürsten, die außer diesen neun Mächten bestehen, nebst einer Karte, in welcher Deutschland unter diese neun Fürsten vertheilt wäre.

Der Rheinbund


In Deutschland wurde auf Napoleons Initiative hin im Juli 1806 der Rheinbund gegründet. Dieser Bund deutscher Fürsten, die aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation austraten, war in erster Linie ein Militärbündnis. Frankreich verfügte fortan über sämtliche militärischen Kräfte des Rheinbundes. Auch wenn die untergeordneten Länder, vier Königreiche, fünf Großherzogtümer, dreizehn Herzogtümer, siebzehn Fürstentümer und die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen, große Kontributionen leisten mussten, führte diese Neuordnung doch zu einer Modernisierung in Wirtschaft und Verwaltung und einem Ende der habsburgerischen Dominanz über den ehemaligen deutschen Flickenteppich.

Wenige Tage später legte Franz I. die Kaiserkrone nieder und erklärte gleichzeitig das Heilige Römisches Reich für beendet. Dies geschah keinesfalls freiwillig. Vielmehr wurde Österreich durch ein Ultimatum an den österreichischen Gesandten in Paris, General Vincent, dazu gezwungen. Sollte Kaiser Franz nicht bis zum 10. August abdanken, so würden französische Truppen Österreich angreifen. Der Kaiser überschritt deutlich seine Kompetenzen als er nicht nur die Krone niederlegte, sondern das Reich auflöste. Damit wollte er Napoleon zuvorkommen, der Ambitionen hatte die Krone nach Frankreich zu holen.


26. August 1806 - Johann Phillip Palm


Der 1766 geborene Johann Phillip Palm war Buchhändler in Nürnberg. Er heiratete die Tochter des Buchhändlers Stein und wurde später Inhaber der Buchhandlung.

Im Frühjahr 1806 versendete diese Steinschen Buchhandlung an eine Buchhandlung in Augsburg die Flugschrift: "Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“. Der Aufruf aktiv Widerstand gegen die Franzosen zu leisten, fiel in Augsburg französischen Offizieren in die Hände. Schließlich gelangte der Text auch nach Paris. Napoleon schrieb am 5. August an Berthier:

An den Marschall Berthier. Saint-Cloud, 5. August 1806 aus "Ausgewählte Korrespondenz Napoleons I."

Mein Vetter, ich denke, dass Sie die Buchhändler von Augsburg und Nürnberg haben verhaften lassen. Es ist mein Wille, dass sie vor ein Kriegsgericht gestellt und in 24 Stunden erschossen werden. Es ist kein gewöhnliches Verbrechen, wenn man in den Orten, wo sich die französischen Armeen befinden Schmähschriften verbreitet, um die Einwohner gegen sie aufzureizen; es ist Hochverrath. Das Urtheil soll aussprechen, dass, da es die Pflicht des Chefs einer Armee ist, überall, wo sich eine solche befindet, über ihre Sicherheit zu wachen, die Personen so und so, welche des Versuchs überwiesen sind, die Einwohner von Schwaben zur Empörung gegen die französische Armee zu reizen, zum Tod verurtheilt sind. In diesem Sinn soll das Urtheil abgefaßt werden. Sie werden die Verbrecher mitten in eine Division bringen lassen und sieben Obersten ernennen, um sie zu richten. Sie werden in dem Urtheil bekunden, daß die Schmähschriften von den Buchhändlern Kupfer von Wien und Eurich von Linz geschickt und diese in contumaciam zum Tod verurteilt worden sind, welches Urteil überall, wo sich französische Truppen befinden, vollzogen werden soll, wenn sie ergriffen werden. Sie werden das Urteil in ganz Deutschland verbreiten lassen. Napoleon.

Palm wurde auf Befehl Napoleons in Nürnberg verhaftet, in Braunau vor ein Kriegsgericht gestellt und am 26. August zum Tode verurteilt und wenige Stunden später erschossen. Bis zuletzt wahrte er das Geheimnis um die tatsächliche Autoren der Flugschrift.

Die Gewalttat bestärkte in Deutschland wie im Ausland die Erbitterung gegen Napoleon; Palm wurde als Märtyrer gefeiert.

Am Ort der Hinrichtung steht heute ein vom Börsenverein des bayerischen Buchhandels errichteter Obelisk zu Ehren des Verlegers und Buchhändlers. Zum Gedenken an Palm verleiht die Palm-Stiftung seit 2002 alle zwei Jahre den Johann-Philipp-Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit.

Die Vierte Koalition


Am 26. August 1806 erhielt Napoleon ein preußisches Ultimatum in dem er aufgefordert wurde, bis zum 8. Oktober seine Truppen über den Rhein zurückzuziehen. Der Zeitpunkt ist äußerst ungeschickt gewählt, denn ein Großteil der französischen Armee befand sich noch in Deutschland. Die russische Armee war weit nach Osten marschiert und konnte nicht rechtzeitig eingreifen. Österreich war über die Zurückhaltung Preußens während der dritten Koalition, die bei Austerlitz zerschlagen wurde, verstimmt und gedachte diesmal selbst dem Unglück zuzuschauen.

Napoleon dachte nicht daran seine Truppen zurückzuziehen und bereitete sich auf den Krieg gegen Preußen vor. Napoleon traf am 28. September in Mainz ein. Hier erfuhr er, dass ein Kurier aus Berlin durchgereist und auf dem Weg nach Paris war. Noch hatte er keine formelle Kriegserhaltung aus Berlin erhalten. Die Überschreitung der sächsischen Grenzen würde er als Kriegserklärung ansehen. Er wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass die Preußen tatsächlich bei Dresden über die Elbe gegangen waren.

Am 8. Oktober 1806 übertraten französischen Soldaten die Grenze von Sachsen. Friedrich Wilhelm III. erklärte Frankreich daraufhin am 9. Oktober 1806 den Krieg.
Stacks Image 107
Die Franzosen überschreiten die Grenze - Richard Knötel

10. Oktober 1806 - Schlacht bei Saalfeld


Bereits am 10. Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Saalfeld. Napoleon war sehr schnell vom Main aus in Richtung Berlin marschiert. Während sich Preußen und Sachsen östlich der Saale versammelten, sollte Prinz Louis Ferdinand von Preußen den Weg nach Berlin decken. Der Neffe Friedrichs des Großen hatte eine militärische Laufbahn in der preußischen Armee eingeschlagen und kämpfte im Ersten Koalitionskrieg. Bei Saalfeld wurde das Korps von Louis Ferdinand zerschlagen, der Prinz selbst fiel an diesem Tag.
Stacks Image 103
Schlacht bei Saalfeld - Richard Knötel
Am 12. Oktober beschlossen die Verbündeten der Entscheidungsschlacht auszuweichen. Die Russen waren schon auf dem Weg und gemeinsam hatte man eine Chance Napoleon zu schlagen. Um nicht von Berlin abgeschnitten zu werden, zogen sie weiter nach Norden. Das Korps des preußischen Generals Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen blieb bei Jena stehen um den Rückzug zu decken. Keine Seite ahnte, dass es dort zwei Tage später zur großen Schlacht kommen sollte.

14. Oktober 1806 - Doppelschlacht von Jena und Auerstädt (Auerstedt)


Das Korps Hohenlohe, das bei Beginn des Krieges von 1806 an der mittleren Saale stand, konzentrierte sich nach dem unglücklichen Gefecht bei Saalfeld (10. Oktober) auf den Höhen zwischen Weimar und Jena, um der Hauptarmee bei ihrem Linksabmarsch nach der Unstrut die Flanke zu decken und ihr dann zu folgen.

Hohenlohe wollte eine Schlacht an dieser Stelle vermeiden und ließ es geschehen, dass die Franzosen unter Lannes am 13. Oktober Jena besetzten sowie den Landgrafenberg und ded sogenannte Windknollen besetzen konnten. Napoleon, der am Nachmittag in Jena eintraf, ließ noch in der Nacht die Geschütze des Lannesschen Korps und der Garden auf die Höhe schaffen.

Am Morgen des 14. begann die Schlacht: Lannes im Zentrum sollte den Kampf beginnen, Ney ihm nachrücken, Augereau mit dem linken Flügel durch das Mühltal, Soult mit dem rechten durch das Rauhtal in die Flanken des Feindes fallen.

Um 6 Uhr morgens wurden die Dörfer Klosewitz und Lützeroda, die Tauenzien mit 8.000 Mann besetzt hielt, von den Franzosen angegriffen und nach zweistündigem Widerstand genommen. Tauenzien zog sich mit Verlust, aber in guter Ordnung auf das Gros nach Vierzehnheiligen und Krippendorf zurück.
Das Korps des Generals Holtzendorf (6.000 Mann) wurde von Soult seitwärts nach Apolda gedrängt. Hohenlohe hatte inzwischen seine Truppen aufgestellt, die Preußen unter Grawert bei Vierzehnheiligen, die Sachsen bei Isserstädt, und Rüchel, der mit 15.000 Mann bei Weimar stand, zu Hilfe gerufen.
Noch am Mittag griff Ney Vierzehnheiligen an und nahm es im ersten Anlauf. Zwar hatte er anfangs Mühe, es gegen die preußische Infanterie zu behaupten, doch erhielt er von allen Seiten stetig Verstärkungen. Augereau und Soult umklammerten die Flanken des Feindes, so die Regimenter Hohenlohes zurückweichen mussten. Rüchel, der um 2 Uhr bei Kapellendorf anlangte und vergeblich durch einen Angriff die Franzosen aufhalten wollte, konnte nicht mehr in die Schlacht eingreifen.

Das 48.000 Mann starke preußische Hauptheer unter Herzog Karl von Braunschweig erreichte am Abend des 13. Oktober Auersted um den Saaleübergang bei Kösen noch besetzen zu können; auch hatte man von der Nähe des Davoutschen Heeres (30,000 Mann) im preußischen Hauptquartier keine Ahnung.
Davout konnte daher, im Besitze des Kösener Passes, den steilen Talrand des linken Saaleufers am 14. Oktober früh ersteigen. Die Preußen, voran Blücher mit der Reiterei und die Division Schmettau, die um 6 Uhr morgens von Auersted ausgebrochen waren, trafen bei Hassenhausen auf den vom Nebel gedeckten Feind, und zwar dessen Hauptmacht, die mehrere Angriffe zurückwies.

Erst nach der Ankunft der Division Wartensleben schritten die Preußen gegen 9 Uhr zum Angriff auf Hassenhausen, ohne Erfolg; Herzog Karl wurde durch beide Augen geschossen, Schmettau tödlich verwundet. Der Oberleitung beraubt, drangen die preußischen Truppen nur noch vereinzelt vor, wurden aber von dem inzwischen verstärkten Feind immer wieder zurückgeworfen. Als die Munition verschossen war, trat das preußische Heer, obwohl inzwischen die Division Oranien heran gekommen und noch über zwölf frische Bataillone vorhanden waren, den Rückzug an, erst in Buttstädt, wo sie auf die Trümmer der Armee von Jena stieß, begann auch bei ihr die Auflösung.

Der Sieg in der Doppelschlacht von Jena und Auersted lieferte Napoleon mit einem Schlag Preußen in die Hände.
Stacks Image 69
Von der Leipziger Messe zurückkehrende Kaufleute verbreiten die Schreckensnachrichten von Jena und Auerstedt - Richard Knötel

27. Oktober 1806 - Napoleon in Berlin


Nachdem Napoleon in Potsdam am Grab Friedrichs II. weilte, hielt er am 27. Oktober seinen Einzug in Berlin, von wo er am 21. November das Dekret über die Kontinentalsperre erließ.
Stacks Image 33
Napoléon an der Spitze seiner Truppen - Charles Meynier (1768 - 1832)

21. November 1806 - Die Kontinentalsperre


Die Kontinentalsperre war Napoleons Antwort auf die anhaltende Seeblockade durch britische Schiffe. Seitdem die französische Flotte vor Trafalgar verloren ging, hatte Napoleon keine maritime Option mehr gegen England. Die Landblockade sollte England wirtschaftlich entscheidend zu treffen. Englische Waren und Schiffe wurden beschlagnahmt und Händler verhaftet. Ab 1807 wurde die Kontinentalsperre auch auf neutrale Schiffe erweitert.

Decret. Kaiserliches Lager Berlin, 21. November 1806 aus "Ausgewählte Korrespondenz Napoleons I."

In Anbetracht
1. daß England, das von allen gebildeten Völkern allgemein befolgte Völkerrecht nicht anerkennt;
2. daß es jede zum feindlichen Staat gehörende Person als Feind betrachtet, und daher nicht nur die Mannschaften der Kriegsschiffe, sondern auch die Mannschaften der Handelsfahrzeuge und sogar die Geschäftsführer der Handelshäuser und die Kaufleute, welche für die Geschäfte ihres Handels reisen, zu Kriegsgefangenen macht;
3. daß es ist das Recht der Eroberung auf die Fahrzeuge und die Waaren des Handels und auf das Eigenthum der Privatperson ausdehnt, ob es gleich nur auf das, was dem feindlichen Staat gehört, angewendet werden kann;
4. daß ist das Blockaderecht, welches Vernunft gemäß nach dem Gebrauch aller gebildeten Völker nur auf die festen Plätze anwendbar ist, auf die nicht befestigten Handelsstädte und Häfen, auf die Fluthäfen und die Mündungen der Flüsse ausdehnt; dass es Plätze, vor welchen es nicht einmal ein einziges Kriegsfahrzeug hat, für blockiert erklärt, obgleich ein Platz nur dann blockiert ist, wenn er so umstellt ist, dass man nicht ohne augenscheinliche Gefahr wagen kann, sich ihm zu nähern; daß ist sogar die Orte, welche seine ganze vereinigte Flotte zu blockieren unfähig wäre, ganze Küsten und ein ganzes Reich in Blockadezustand erklärt;
5. daß dieser abscheuliche Missbrauch des Blockaderechts keinen anderen Zweck hat, als den Verkehr zwischen den Völkern zu verhindern und den englischen Handel und Industrie auf der Vernichtung der Industrie und des Handels des Festlandes zu heben
6. daß, da dies der augenscheinliche Zweck Englands ist, Jeder, der auf dem Festland mit englischen Waaren handelt, dadurch seine Absichten begünstigt und sich zum Mitschuldigen derselben macht;
7. daß dieses Benehmen Englands, in Allem der ersten Zeiten der Barbarei würdig, dieser Macht zum Nachtheil aller anderen Nutzen gebracht hat;
8. daß es ein natürliches Recht ist, dem Feind die Waffen entgegenzusetzen, deren er sich bedient, um gegen auf ihn auf dieselbe Weise wie er zu kämpfen, wenn er alle Begriffe von Gerechtigkeit und alle liberalen Gesinnungen verläugnet, welche das Ergebnis der Civilisationen unter den Menschen sind:
So haben wir beschlossen, die Gebräuche, die England in seiner Gesetzgebung befolgt, auf dasselbe anzuwenden.
Die Bestimmungen des gegenwärtigen Decrets sollen beständig als Grundgesetz des Reichs betrachtet werden, bis England anerkannt hat, daß das Kriegsrecht auf dem Land und auf dem Meer eins und dasselbe ist; dass ist wieder auf das Privateigenthum, welcher Art es auch sei, noch auf die Person der den Kriegerstand nicht angehörigen Individuen ausgedehnt werden darf, und daß das Blockaderecht auf die thatsächlich von hinreichenden Streitkräften undstellten festen Plätze beschränkt werden soll.
Art. 1. Die britischen Inseln sind in Blockadezustand erklärt.
Art. 2. Jeder Handel und jede Correspondenz mit den britischen Inseln ist untersagt. Daher sollen die Briefe oder Pakete, welche entweder nach England oder an einen Engländer adressiert, oder in englischer Sprache geschrieben sind, von der Post nicht befördert, sondern weggenommen werden.
Art. 3. Jeder englische Unterthan, zu welchem Stand oder Beruf er gehören möge, der in den von unseren Truppen oder denen unserer Bundesgenossen besetzten Ländern angetroffen wird, soll zum Kriegsgefangenen gemacht werden.
Art. 4. Jedes Waarenlager, jede Waare, jedes Eigenthum, von welcher Art es auch sein möge, das einem englischen Unterthan gehört, soll zur Kriegsbeute erklärt werden.
Art. 5: Der Handel mit englischen Waren ist untersagt, und jede Waare, die England gehört oder aus seinen Fabriken und Kolonien kommt, soll zur Kriegsbeute erklärt werden.
Art. 6. Die Hälfte des Ertrags aus der Confiscation der Waren und Güter, welche in den obigen Artikeln zur Kriegsbeute erklärt worden sind, soll dazu verwendet werden, die Kaufleute für den Verlust zu entschädigen, die sie durch die Wegnahme der von den englischen Kreuzern geraubten Handelsfahrzeuge erlitten haben.
Art. 7. Kein Fahrzeug, das direct aus England oder den englischen Colonien kommt, oder das seit der Veröffentlichung des gegenwärtigen Dekrets dort gewesen ist, darf in irgendeinem Hafen aufgenommen werden.
Art. 8. Jedes Fahrzeug, das mittels einer falschen Declaration die obige Bestimmung übertritt, soll weggenommen, und das Schiff, sowie die Ladung sollen confisciert werden, als wenn sie englisches Eigenthum wären.
Art. 9. Unser Prisengericht in Paris ist mit der Beurtheilung aller Streitigkeiten beauftragt, welche in unserem Reich oder in den von der französischen Armee besetzten Ländern bezüglich der Vollziehung des gegenwärtigen Decrets entstehen könnten.
Art. 10. Es soll das gegenwärtige Decret von unserem Minister der auswärtigen Angelegenheiten den Königen von Spanien, Neapel, Holland und Etrurien, und unseren anderen Bundesgenossen, deren Unterthanen so wie die unsrigen Opfer der Ungerechtigkeit und der Barbarei der englischen Seegesetzgebung sind, mitgeteilt werden.
Art. 11. Unsere Minister der auswärtigen Angelegenheiten, des Krieges, der Marine, der Finanzen, der Polizei, und unsere Generalpostdirektoren sind, jeder in dem, was ihn betrifft, mit der Vollziehung des gegenwärtigen Decrets beauftragt.

Stacks Image 21
Die französischen Soldaten untersuchen am Thor, ob keine Englische Waaren hinausgebracht werden, - Christian Gottfried Heinrich Geißler (1770 - 1844)
Es gelang allerdings nicht die englische Wirtschaft durch die Landblockade entschieden zu treffen. Nur wenige Branchen, wie zum Beispiel die Textilindustrie, profitierten vom napoleonischen Protektionismus. Viele europäische Händler waren vielmehr abhängig von englischen Waren oder benötigten England als Abnehmer. So wuchs in den beherrschten Gebieten der Unmut gegen die Kontinentalsperre.


Eugen Beauharnais wurde Vizekönig von Italien, Joseph Bonaparte wurde König von Neapel, Ludwig Bonaparte König von Holland, Napoleons Schwager Joachim Murat Großherzog von Berg; seine Schwester Elise erhielt Lucca, Massa und Carrara, seine Schwester Pauline Guastalla.

Ein Familienstatut vom 31. März 1806 erklärte Napoleon, obwohl er nicht der älteste Sohn war, zum Oberhaupt der Familie.

7. und 8. Februar 1807 - Schlacht bei Preußisch Eylau


In Polen, wo ihm die Preußen zu Hilfe kommenden Russen entgegentraten, geriet sein Siegeszug im Winter von 1806 bis 1807 ins Stocken, und bei Preußisch-Eylau am 7. und 8. Februar erfocht Napoleon trotz ungeheurer Verluste keinen Sieg.

14. Juni 1807 - Schlacht bei Friedland


Bei Friedland brachte er am 14. Juni den Russen eine entscheidende Niederlage bei, worauf er mit Kaiser Alexander am 25. Juni auf der Memel die denkwürdige Zusammenkunft inmitten des Flusses hatte. Beide Fürsten trafen sich auf zwei Flössen, während der preußische König vom Ufer zusehen durfte.

9. Juli 1807 - Der Frieden von Tilsit


Mit dem Frieden von Tilsit wurde der Vierte Koalitionskrieg zwischen Preußen zusammen mit dem Russischen Kaiserreich einerseits und dem Französischen Kaiserreich andererseits beendete. Der russisch-französische Friedensschluss teilte Europa in eine französische und eine russische Interessensphäre.

Das preußisch-französische Abkommen stufte Preußen auf den Status einer europäischen Mittelmacht zurück. Den Versuch der preußischen Königin Luise, für ihr Land günstigere Bedingungen zu erlangen, wies er zurück. Indem er Preußen zwang, die Hälfte seines Gebiets abzutreten, und drückende Lasten auferlegte, zog er sich selbst einen unversöhnlichen Feind groß. Dies sollte sich 1813 rächen.
Stacks Image 93
Unterredung mit Napoleon in Tilsit - Woldemar Friedrich

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies, weitere Informationen zur Datenschutzerklärung finden Sie hier.