Charles-François du Perrier Dumouriez

Charles-François du Perrier Dumouriez wurde am 25. Januar 1739 in Cambrai geboren und verstarb am 14. März 1823 in Turville Park nahe Henley-on-Thames in England. Er erlangte historische Berühmtheit als französischer General, Außenminister sowie als eine der schillertsten und umstrittensten Figuren der Französischen Revolution.

Er entstammte einer angesehenen, aber finanziell mäßig gestellten Adelsfamilie mit starker militärischer Tradition. Sein Vater, ein hoher Militärbeamter und gebildeter Mann, legte großen Wert auf eine umfassende Ausbildung seines Sohnes. Dumouriez besuchte das renommierte Collège de Louis-le-Grand in Paris, wo er eine klassische Bildung genoss und sich als äußerst begabt in Sprachen und Geisteswissenschaften erwies. Bereits im Alter von achtzehn Jahren trat er in den Militärdienst ein, nahm am Siebenjährigen Krieg teil und erlitt dort mehrere schwere Verwundungen, was seinen Ehrgeiz und seinen Willen zum Aufstieg jedoch nur noch weiter anspornte.

Das Leben von Dumouriez fällt in die Spätphase des Ancien Régime, den Ausbruch der Französischen Revolution sowie die napoleonische Ära. Es war eine Epoche des radikalen gesellschaftlichen Wandels, internationaler Kriege und ständiger politischer Instabilität. In den Jahrzehnten vor der Revolution diente er dem französischen König Ludwig XV. unter anderem im Geheimdienst des Monarchen, dem sogenannten Secret du Roi, was ihn auf diplomatische Missionen durch ganz Europa führte und ihm tiefe Einblicke in die Kabinetts- und Bündnispolitik der europäischen Großmächte verschaffte.

Mit dem Ausbruch der Revolution im Jahr 1789 schloss sich der ambitionierte Militär den neuen Strömungen an und verbündete sich schließlich mit den gemäßigt-republikanischen Girondisten. Im März 1792 stieg er zum französischen Außenminister auf und drängte maßgeblich auf die Kriegserklärung an Österreich, was den Beginn der Französischen Revolutionskriege markierte. Nach seinem Rücktritt vom Ministerposten übernahm er das Kommando über die Nordarmee. Zu seinen größten militärischen Erfolgen zählen die Kanonade von Valmy im September 1792, die den Vormarsch der preußisch-österreichischen Truppen stoppte und die junge Republik rettete, sowie der Sieg in der Schlacht von Jemappes im November desselben Jahres, der zur Besetzung der Österreichischen Niederlande führte. Nach einer schwerwiegenden Niederlage in der Schlacht von Neerwinden im März 1793 und angesichts des zunehmenden Terrors der Jakobiner in Paris scheiterte jedoch sein Versuch, seine eigenen Truppen zu einem Marsch auf die Hauptstadt zu bewegen, um die konstitutionelle Monarchie wiederherzustellen. Um der Guillotine zu entgehen, lief er im April 1793 zu den Österreichern über und verbrachte den Rest seines Lebens im europäischen Exil, wo er unter anderem die britische Regierung in militärstrategischen Fragen beriet.

Schon zu Lebzeiten war die Wahrnehmung von Dumouriez extrem gespalten und stark von den raschen politischen Wendungen seiner Zeit geprägt. Während die französische Öffentlichkeit ihn nach den Siegen von Valmy und Jemappes als Helden der Nation feierte, brandmarkten ihn die Jakobiner nach seinem Seitenwechsel als Verräter an der Revolution. Die Historiographie bewertet ihn vor allem als brillanten Strategen und geschickten Diplomat, dessen persönlicher Ehrgeiz und politischer Opportunismus ihn letztlich scheitern ließen. Seine Entscheidungen in den Jahren 1792 und 1793 erwiesen sich dennoch als historischer Wendepunkt, da sie den Fortbestand der Französischen Republik in ihrer kritischsten Phase sicherten und den Verlauf der Revolutionskriege entscheidend beeinflussten.

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