François-Christophe Kellermann

François-Christophe Kellermann, Herzog von Valmy und Pair von Frankreich, wurde am 28. Mai 1735 in Straßburg geboren und starb am 13. September 1820 in Paris. Er war ein hochrangiger französischer Offizier, Befehlshaber in den Revolutionskriegen sowie einer der ersten 18 Marschälle von Frankreich, die von Napoléon Bonaparte ernannt wurden.

Kellermann stammte aus einer angesehenen, ursprünglich sächsischen Kaufmannsfamilie, die sich im Elsass niedergelassen hatte und in den Adelsstand erhoben worden war. Seine Jugend war früh vom Militärdienst geprägt, denn bereits im Alter von etwa 15 Jahren trat er als Kadett in das französische Regiment Lowendal ein. Er durchlief eine klassische militärische Offiziersausbildung der Ancien-Régime-Ära und sammelte wertvolle Kampferfahrungen im Siebenjährigen Krieg, wo er sich durch Mut und militärische Übersicht auszeichnete und kontinuierlich in den Rängen aufstieg.

Das Leben Kellermanns fiel in eine Phase radikaler militärischer und politischer Umbrüche im Europa des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Nach Jahrzehnten im Dienst der französischen Monarchie erlebte er den Ausbruch der Französischen Revolution von 1789. Im Gegensatz zu vielen anderen adligen Offizieren blieb Kellermann dem neuen Regime treu und stellte seine profunde militärische Erfahrung in den Dienst der Ersten Französischen Republik, die sich ab 1792 von einer Koalition europäischer Großmächte bedroht sah.

Zu seinen größten historischen Verdiensten zählt die Kanonade von Valmy am 20. September 1792. Als Oberbefehlshaber der Moselarmee gelang es ihm gemeinsam mit General Dumouriez, den Vormarsch der preußisch-österreichischen Truppen zu stoppen und die junge Republik vor dem Zusammenbruch zu bewahren. Trotz dieses Erfolgs geriet er während der Terrorherrschaft der Jakobiner in Verdacht und verbrachte über ein Jahr in Haft, bevor er freigesprochen wurde. Unter Napoléon Bonaparte diente Kellermann vor allem in organisatorischen Aufgaben, der Ausbildung von Reserven und der Verwaltung. 1804 ernannte Napoléon ihn zum Ehrenmarschall des Kaiserreichs und verlieh ihm 1808 den Titel eines Herzogs von Valmy.

Schon zu Lebzeiten wurde Kellermann als „Retter des Vaterlandes“ gefeiert, da der Sieg bei Valmy als Geburtsstunde des republikanischen Frankreichs galt. Kritiker sahen in seiner späteren Karriere unter Napoléon und der anschließenden Bereitschaft, auch der restaurierten Bourbonen-Monarchie als Pair zu dienen, ein hohes Maß an politischem Opportunismus. Militärhistorisch wird sein taktisches Geschick zwar hinter dem jüngerer napoleonischer Generäle eingeordnet, doch seine Lebensleistung liegt in der Festigung des Revolutionsheeres und der Transformation von einer königlichen zu einer modernen Bürgerarmee. Seine sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris, während sein Herz auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin auf dem Schlachtfeld von Valmy beigesetzt wurde.

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